Wäre! Daß George gerade die unmittelbarste dichterische Äußerungsform,die Lyrik, von dieser Enge und Armut befreite, die ganze Fülle derLebenswerte vom leidenschaftlichen Stolz des Täters bis zur zartestenSchwingung der todmüden Seele ins sprachliche Bild erhob und durch dieftöhe seines Tones der Liebe selbst wieder ihr ewiges Gesicht, ihre über-Seschlechtliche Sphäre zurückgab, das dankten die Betrachter ihm da-mals besonders und dankt ihm noch heute eine ganze Jugend die nicht insGemeine zurücksank. Die Offenbarung einer adligen Seele und ihres per-sönlichsten Fühlens ohne Aufdeckung und unziemliche Enthüllung überSlc h selbst im reinen Gebilde überzeugten Simmel so sehr von der Einheitdes Menschen und Künstlers George, daß er fast erschreckt bekannte, überer schöpferischen Formung die darin eingegangenen menschlichen Er-c hütterungen früher nicht wahrgenommen zu haben. Wenn er auch jetzt° c h die Dichterpersönlichkeit als den nur idealen Brennpunkt des Kunst-er kes von der realen Individualität abschied, so „gewährte sie doche mer Dankbarkeit für das Empfangene, aus der Form der Bewunderungltl die der Liebe überzugehen".Aber seine philosophische Betrachtungsweise verwehrte ihm ein Drittesan rzunehmen, das freilich tief an die „Individualität" geknüpft war undn den übrigen als ein besonderes Merkmal des TEPPICHS hervorgeho-n wurde: nämlich die Aufrollung aller geschichtlichen und seelischen
"der unter dem Gesichtspunkt der Deutschen. In diesem Werk, so sahensie
' war nicht nur inniger und öfter die Rede vom eignen Volk und Vater-
and sondern die ganze Weite und Tiefe gerade seiner Menschenart
sftben die Gedichte in der verklärten Gestaltung eines höheren Daseins
le der. „Mir scheint" schrieb Verwey „hier ist mehr als die meinen,
e 'che in der Dichtung nur von einer Seite greifbare Mitteilung sehen
°"en. Hier ist ein Gesamt, das (um nicht über Deutschlands Grenzen
u gehen) an den zweiten Teil von Goethes Faust erinnert. Ebenfalls ein
e, st der die ganze wundersame Mannigfaltigkeit der deutschen Denker,
n e Betrachtung welche die ganze Arbeit eines kulturgeschichtlichen
ei Uschlands hinter sich hat, eine Persönlichkeit die sich unbestreitbar
'Wirft zum Dichter des deutschen Volkes. Auch nicht an das Heute,
as strömende, sondern an das Einst mit seiner Überlieferung wendet sich
er Dichter um Bilder, als ob er bevor die Zeit sein Volk weiterträgt, erst
a s Wesen des Volkes unantastbar feststellen müsse, das Wesen des Vol-
s ' dem man erst seit Georges Kinderjahren ein Dasein nach außen zu-
. re 'ben kann, sowie es nach innen schon lang bestand, und das nun in
rn . dem fast zugleich mit dem Reich Geborenen, seinen ersten Dichter
r ch Recht der Geburt besitzt--------den Dichter, mit dem in Deutsch-
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