Stromes in gegenwärtiges Ereignis, sie bannen ein immer wiederholteslr nmer schwindendes Geschehen der Erd- und Himmelsmächte wie dasGewitter in ein menschlichgestaltiges Spiel, sie heben einen Zauber, eineLeidenschaft, eine Not aus dem Bereich des Dumpfen, Wilden und Un-Sreifbaren ins hohe geformte Beispiel, in jene augenhafte Wissensform derSprache, die den hellsten Sinn, das Gesicht erfaßt und sich tiefer in denGeist prägt als Lehrsätze und Formeln. Sie haben die Sagenferne einer"errischentrückten Schau und sind doch tiefer aus unserem deutschen Landüt *d Leben geboren als alle früheren Gedichte Georges .. selbst die durch-gehende vierzeilige Strofe des ganzen Werkes ist die artvertretende deut-sche seit dem Nibelungenlied.
Wenn das Vorspiel schon ein Verblassen der südlichen Wunder und die
Eir »kehr in die Heimat preist, so ist DER TEPPICH DES LEBENS ganz aus
en erdhaften geschichtlichen und geistigen Stoffen unseres Volkes ge-
'rkt. Aber nicht die tagflüchtige Zeitform unseres Volkes erscheint in
ftr n sondern sein urtümliches Sein, wie es in der Seele des Dichters am
re »nsten lebte.
damals um die Jahrhundertwende waren die zerstörenden Kräfte schon
ltl gebrochen, die heute in wüsterem Ausmaß weiterwirken, und mit der
e Utschen Erde wie dem deutschen Menschen den schlimmsten verzehren-
e ° Raubbau treiben. Der Dichter gönnt ihnen in diesem Werk weder
ll ck noch Wort, er stellt in seinen reinen Raum nur die lauteren Bilder
Se "ier Schau: als Gegenbild des „Teppichs", aus dem die geistigen Gestal-
etl treten, die „Urlandschaft" den nährenden Grund, aus dem die dump-
en wie hellen Geschlechter des Volkes steigen, den „Freund der Fluren"
11(1 das „Gewitter", als die menschlich-hegende und himmlisch-erschüt-
^rnde Macht der bebauten Erde. Der Sagen- und Märchenschauer des
°rfes steht neben der leeren rätsellosen aber noch treu am Erbe haften-
en Phantastik der Epigonen, die tiefe fromme Wundergläubigkeit neben
lc hter ahnungsloser Aufgeklärtheit, die einst das dumpfe Grollen der
teren Elemente nicht spüren wollte. Man glaubt zuweilen noch Ort und
^dschaft unseres Vaterlandes zu erkennen, aus denen die Gleichnisse
ar nmen, und was an seelischem Bestand unwiederbringlich verlorenging,
** der Dichter in die Sprache gerettet bis zur Erstehung in neuer Geburt.
°ie drei nächsten Paare beschwören die Urbilder einer Menschlichkeit,
e noch mit der ungebrochenen Leidenschaft geschwellt ist, wie unsere
0r iahren sie besaßen und wie sie im ersehnten Menschtum des Dichters
ult: den wilden Rachezauber und die Ruhe des Todgewillten vor Frevel
ncl Untergang . . den morgenfrohen Aufbruch des Kühnen, hinter dem
s Schwermut der Unzulänglichen klagt, und die Opferwilligkeit des
203