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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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ligen Führer, den strengsten Herrn auch zum letzten Opfer bereit undfühlt ihn auch dann noch schirmend zu Häupten stehen. Aber der Todsteht hier auch für das Ende des Schaffens, er ist dem Traum bis zur Ver-einigung nahegerückt, selbst der Geist der Dichtung, der alles lösende er-höhende und stärkende Engel, wird ihn nicht bannen können. Der Todtrinkt das Leben wie die Lebenbilder, den Triumph wie den Rausch, unddasVorspiel" wie dieLieder" klingen in ihm aus: beide Male schauenmännlich-gefaßte Augen ihn an: ohne Klage, ohne Verletzung der Würde aber nichts weist über ihn hinaus: mit ihm scheint hier Leben und Werkzu enden.

Im Handeln in der Zeit mußte das Leben aus seiner Einheit in ein Ichund Du und Ihr auseinandertreten, damit aus dem bewegten Spiel derGetrennten ein künstlerisches Ganzes vor unseren Sinnen erscheine. Imzweiten Teile des Werkes im TEPPICH DES LEBENS entfaltet es sich in 1Raum und stellt sich in seiner Vielfalt und Fülle, im Reichtum der Ver-körperungen dar. Nicht e i n auch in der Doppelung an das Ich gebundenersondern viele Träger des lebendigen Daseins erscheinen, deren ruhendeBildlichkeit keine handelnde Spannung zu einem Persönlichen erfordern.Sie stehen nebeneinander, in sich geschlossene Körper, erhalten aber imTEPPICH durch die Gegenüberstellung je eines Paares, das ohne sich z uberühren im Gegensatz verbunden ist, eine bewegtere Ordnung als in derunbedingten Einzelstellung. Diese gleichgewichtige Anlage wird noch da-durch zum Raumgefüge erweitert, daß jeweils mehrere Paare durch einengemeinsamen Gehalt zu Gruppen verbunden sind, die von einer erdhaft'elementaren zu einer reinmenschlichen, von einer geschichtlichen zu einerhöchsten geistigen Sphäre aufstreben. Es ist, wie das erste Gedicht selbstandeutet, ein weites Gesamt von Räumen und Gestalten, das in seltnerStunde aus dem Rankenwerk des Teppichs tritt.

Das frühe Ziel dergeistigen Kunst" ist hier zur Vollendung geführt:die im Vielfältigen der räumlichen Erscheinungen verborgenen und unfaß'baren Lebensmächte: die Urgewalten von Licht und Luft, Wasser undErde, die Zaubergewalten von Gewächsen und Leibern und noch dieschöpferische Gewalt des Geistes selbst in Werk und Tat sind hier i°sprachliche Gebilde gebannt. Sie erscheinen bald in ihrer aufbauenden baldin ihrer sprengenden Natur bald als Bewahrer einer Ordnung bald als ihreWidersacher, aber immer als geistige Grundbilder, erschaute Gesichte, diein all ihrer Kürze und Einfachheit schwerer mit dem Sinn des großen Le-bens beladen sind als tausendseitige Einzelschilderungen und tiefsinnig cSysteme der Philosophen.

Diese Lebenbilder rücken einen ewigen Wert des flutenden Zeiten-

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