Wut fährt der Vernichter fort: „Ob junge Hysteriker sich an Absinth be-rauschen oder Georgischen Offenbarungen war gleichgültig, solange dieGemeinde unter sich ihre impotenten Orgien feierte. Aber jetzt verzichtens ie auf ihre Abgeschlossenheit, und ihre frechen Stimmen, die für Ideenund Werke ernster Arbeit nur höhnische Worte haben, sind nachgeradere cht laut geworden und da ist es denn doch an der Zeit, ihnen ein wenigBescheidenheit beizubringen."
In Berlin versah der Altphilologe Ulrich von Wilamowitz-Möllendorff^s parodistische Amt, ein Mann an dem der traurige Ruhm haften»leibt, daß er jeden deutschen Genius, den seine Zeit gebar, Wagner,Nietzsche, George angemistet hat. Da der Herr Professor seine Parodienlu, r in privaten Zirkeln verbreitete, könnten wir uns mit der privaten Be-m erkung Dernburgs begnügen, der den Unwillen seiner Gäste bei der Ver-lesung einer solchen Parodie mit den Worten beschwichtigte: „Aber meineFerren, wenn Wilamowitz sich erlaubt hat, den Sophokles zu parodieren,w arum soll er nicht auch George parodieren dürfen!" Doch wir gehen inBerücksichtigung der Schüler- und Verwandtschaftsgrade wohl nicht fehl,w enn wir den Aufsatz von Babette O. in der Frankfurter Zeitung (18. 5. 01)
Ur den authentischen Ausdruck der Meinungen des Wilamowitz-Kreises"alten. Sie stützte sich auf Berliner Nachrichten von einer „RezitationGeorges vor der Gemeinde" und glaubte feststellen zu können, daß „dasGeheimnisvolle und die höchsten Prätensionen der Vornehmheit, in derenAbglanz sich jeder der Versammelten selbst leuchten fühlt, wohl die größ-tei » Reizmittel sind, durch die Stefan George die meisten seiner Jüngergewinnt und so stark an sich kettet", und sieht die wirksamste wenn auch^absichtliche Art des Proselytenmachens in dem tiefsten Schweigen übera "e Eindrücke vor Verständnislosen. Daß „der Kreis" das VerderbenGeorges ist, scheint auch ihr wahrscheinlich und sie wünscht ihm, esmö chte einmal die Stimme der Ungläubigen an sein Ohr dringen, nämlichs °lcher die seine Gedichte nicht verstehen, ob sie sie von vorn nach hinten°aer von hinten nach vorn lesen. Gewiß verdient nach ihrer Meinung eintehter Beachtung, der Widerwille gegen das Abstoßende der buntschecki-gen Wahrheits- und Häßlichkeitsideale zeigt, aber leider sind ihr die neuen
deale merkwürdige Phantasiegebilde von weichlich ekstatischer Schön-st, erfüllt von Seelenpathos und gewollter Innerlichkeit, Stimmungs-Seräusche, in denen unendlich eitle Manieriertheit mit Schönheit verwech-Se lt wird. Sie bedauert, daß hier ein gutes Talent aus mangelnder Selbst-er kenntnis nicht zur Entfaltung kommt und daß der kindlich welterfahrene^reis von 27 Jahren, der sogar Professorenfrauen über die Schwermut derVollendung belehren wolle, nur die vom Wohlergehen Übersättigten an
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