„die Extension des All". Sie bildeten jeder eine Insel, „sind nicht dort woman ihren Körper glaubt, seltne späte Menschen, frühreif und doch nichtüberreif, fertig und voll entwickelt und dennoch ohne Weiterentwicklung
------harmonieren sie in sich" wie Perlen in der Muschel. „Im Priester- oder
Königsgewande, langweilig-gelangweilt, traurig müde lächelnd, eine Pfauen-feder in den mit opalenen Ringen geschmückten Dandyhänden so wan-deln diese Samt -und Seidendichter feierlich, hieratischen Schrittes durchunsere munter aufblühende Lyrik, (sie).-------Im Zeitalter der mächtig ar-beitenden Gesellschaft- und Naturwissenschaft haben sich diese von allen
Kenntnissen reinen Ästheten in eine seidene Traumwelt geflüchtet------- 1
Ihre Gedichte sind kalte ganz unbeseelte Puppen künstlich drapiert miteinem schillernden, schimmernden weichen Mantel von Worten. Es sindGedichte, die keine Kraft, keinen Kampf, keine Liebe, keinen Groll sondernnur etwas unsäglich Schmeichelndes Streichelndes haben — seidene Ge-dichte".
Daß diese aristokratischen Feinschmecker, diese sich ausschließendenWenigen, diese frenetischen Übermenschen und resignierten Impotentenebenso unverständlich waren wie George selbst verstand sich, aber mit denöffentlichen Ausgaben, wußte die Frankfurter (Ende 1903) zu berichten,hatte sich der Sinn ihrer Abschließung enthüllt: „Die Gruppe hat ihr aristo-kratisches Prinzip aufgegeben--------es hat seine Reklame erfüllt. Aber
diese Konzession an die demokratische Wirkung kommt verspätet. Nunist die Einwirkung der Formpflege nicht mehr vonnöten. Die Lyrik ist vonselbst — Entwicklung von unten! — über die Verwilderung, wenn sie j eschlimm war, hinausgekommen — — Nun dürfen wir sogar über zu vielForm klagen und das heißt immer Leere bedauern".
Das ist die Sicht „von unten" und man möchte glauben, daß damit dieNiedrigkeit ihre tiefste Stufe erreicht hätte. Aber es blieb unter diesenwenn auch hämischen so doch wenigstens ernst gemeinten Äußerungender Kritik noch die leichteste und verantwortungsloseste Form der Ver-unglimpfung: die bequeme und salzlose Parodie. In den drei deutschenZentren des boshaften Witzes in Zürich, Köln und Berlin trat auch siegegen die neue Dichtung auf den Plan. Die „Zürcher Discussionen" brach-ten den Gesang dreier Münchener Schwanenjungfrauen mit Lilienstengelnin den Haaren auf „Stefan-den-Georgen", die Kölnische Zeitung verglichdie Wirkung der Gedichte Georges der des Bung-Bung, eines Instrumenteswilder Medizinmänner, mit dessen monotonem Betäubungslaut diese den Zu-hörer einlullen und heilen. Bei George aber sei die weiche schläfrige Stim-mung Zweck nicht Mittel zur Heilung: „der müde dämmrige Zustand istWille und Endzweck dieser ganzen Kunst —" heißt es da und in heller
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