fassen hier zusammen, was wir in gut zwei Schock Besprechungen aus denJahren 1899—1904 gelesen haben. Es sind die Namen fast aller „ausschlag-gebenden" Tagesschreiber jener Jahre, die zum Teil auch heute noch ihrHandwerk treiben, es sind die Namen fast aller „führenden" Zeitungen undMteraturzeitschriften darin vertreten, und dieser Chorus unterschied sichnu r in der mehr oder weniger groben Art und Weise, nicht aber in der Ein-mütigkeit, mit der er die neue Dichtung diesmal nicht entdeckte sondernVerurteilte. Wir ordnen diese Stimmen und führen sie hier und da auch wört-lc h an, einmal als Beitrag zur Sozialpsychologie, der beweist, daß die ganzeGr uppe des öffentlichen Kunstrichtertums einer Nation in unserer Zeit un-a ">g ist, mit ihren Mitteln eine Erscheinung von Rang zu erfassen, ferner,^ e ü einiges davon bis in die h e u t i g e n Lehrbücher und Gedichtsamm-Un gen fortspukt, vor allem aber um unsere Jugend an dem hellen Gelächterei «vehmen zu lassen, das uns beim Lesen und Vorlesen dieser Zeitstimmenr götzte, wenn wir unsere Bilder in diesen schiefen und verschobenenc haubudenspiegeln verzerrt und kränkelnd schwanken sahen, die wir doch& e sund und heil und fest dasaßen und -standen.
Was zunächst George selbst und sein Werk betraf, so war es offenbar die
Srößte Pein für seine öffentlichen Bewerter, daß sie ihn nicht verstanden.
er Vorwurf über seine Unverständlichkeit begegnet uns am häufigsten
n d ist nur darin unterschiedlich, daß die einen ihn für unfähig halten „seine
Geheimnisse in unserer Muttersprache zu verraten", die anderen das myste-
>öse Dunkel seiner Gedichte für absichtlich halten, für „die Mystik einer
e heim sc hrift, zu der der Schreiber den Schlüssel vorenthält". Ein Dritter
fand freilich diesen Schlüssel darin, „daß George zur Schaffung seiner
chönheitswelt höchst einfach die grammatische Form des Pluralis benutzt:
^twas irdisch mehr oder weniger Seltenes wird im Plural gebraucht, sofort
etu steht die bewundernde Empfindung, daß es in der Welt Georges etwas
^'tägliches sei". Man wird es heute kaum begreifen, daß manche von die-
en verlegenen Tastern in dem ihnen dunklen und unbekannten Land der
u nst, wie die Blätter sie nennen, kein Wort von der Dichtung verstanden,
le jetzt ihre Enkelkinder auf den Schulen lesen. Ihre Unfähigkeit zu ver-
e hen lag auch nicht an der mangelnden Einsicht in den grammatischen
au der Gedichte, deren Klarheit und Einfachheit heute unbezweifelt ist.
be r die menschliche Art des in ihnen dargestellten Gehaltes war jenen Li-
er aten so fremd, die Haltung und Fühlweise, die hier Sprache gefunden
atte , so unbekannt und unzugänglich, daß sie vor einer unübersteiglichen
au er standen und die Muttersprache ihnen wie ein unbekanntes Idiom
etlt gegentrat.
zuweilen brach das Bewußtwerden eines tiefen menschlichen Unterschie-
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