des auch ungewollt aus den vergeblich um Verständnis Ringenden hervor.Sie gestanden dann — und einer darunter hat zwei dicke Bände über diedeutsche Sprache geschrieben —, daß sich ihrem plebejischen Verständenur mühsam einiges entschleiert habe, oder daß sie auf eine zukünftige Än-derung ihrer Organe hoffen müßten. Denn die zweite gebräuchlichste Ab-lehnung Georges bezog sich auf die unnahbare Vornehmheit, auf die ver-ächtlich abwehrende Gebärde und das aristokratische Gefühl, die aus seinenDichtungen sprächen, eine Aristokratie freilich die zur Herrschaft unfähigsei, weil sie nicht den Willen zur Herrschaft habe. Seine Kunst mußte da-her für immer der großen Masse des Volkes fremd bleiben: sie war eineKunst aus einer anderen Welt, für seltsame verfeinerte Leute, ihr Urheberbald ein arabeskenseliger nervenmüder Märchenprinz mit gänzlich ge-schwächtem Willen und von weltflüchtiger weicher Schönheitstrunkenheit»bald ein kalter abstrakter Beherrscher seines Handwerks, ein marmorscho-ner aber auch marmorkalter Stilist, ein aus den greisenhaften Teilen deszweiten Faust erwachsener Virtuose und Formalist, in dessen Wortmusik»wie „die Insel" schrieb, „kein Wein serviert wird, nicht einmal des Was-sers anspruchlose Labung, sondern nur die vielfarbigen und schön geschl»'fenen Gläser vor den Durstigen hingestellt werden. Man glaubt es müßtenZaubertränke sein, und der Unwille über die Täuschung wächst je kunst-voller diese ist".
Aber schlimmer vor deutschen Ohren wog noch ein dritter Vorwurt-George ist weder ein Philosoph noch ein Metaphysiker! „Er reißt d 1Menschheit nicht zu neuen Gedankenpunkten, er sagt uns keine Erlösun-gen, er gibt uns keine neuen Werte. Er ist nur ein prächtiger Wandelstern,der an unserer Welt leuchtend vorüberfliegt — — ein farbig flammendeZeichen aus anderen Sphären" (Wiener Rundschau i. i. 99). Er mag eiwundervoller Künstler sein, schrieb ein anderer, der unserer Sprache eine -Klang und eine Fülle des Wohllauts gegeben hat, die sie vorher nicht hatt »er mag eine so selbstherrliche Behandlung der Sprache haben, eine so wunderbare Kunst, etwas Beseligendes und Entrückendes, wie es noch nie 0uns war, aber — es ist nicht das Höchste was wir vom Dichter wollen, <*uns die Rätsel des Lebens lösen, den Dingen Werte geben, das Leben °herrschen soll: Denn Können hat eine Höhe, Wollen ist unendlich. Es faeben schwer, wie ein Dritter meinte, „in den Gedichten Georges eine me
Physische Quelle rauschen zu hören-------George sucht eine Philosoph 1
und ist bereit dieser Göttin die herbsten Opfer zu bringen — vergebenDiese Göttin versagt sich ihm und wo er einen Zipfel ihres Mantels zu ehaschen scheint, da ist es keine neue, sondern eine alte Schönheit, die *Goethe oder den Griechen stammt.. . Zuweilen gibt ihm sein Künstler178