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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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DRITTES BUCH

DIE MEISTERSCHAFT

i. KAPITEL: DIE ÖFFENTLICHEN AUSGABENUND IHRE WIRKUNG

ALS George in den ersten Monaten des Jahres 1898 in Rom weilte, trafer dort mit dem Maler Ludwig v. Hofmann zusammen, der damalsschon seit mehreren Jahren neben Böcklin, Marees, Khnopff und anderenals Vertreter einer idealistischen Richtung genannt und bald als einer derwenigen Schöpfer monumentaler Werke der Malerei bekannt wurde. Derim Jahre 1861 geborene Hesse hatte in Darmstadt das gleiche Gymnasiumwie George besucht und harrte nun wie er uns schrieb, der Begegnung mitseinem überrheinischen Landsmann nicht ohne feierliches Bangen, dasdurch die damals von ihm umlaufenden Schilderungen hervorgerufen wurde.Daher war der Eindruck von Georges wirklicher Erscheinung und seinemungezwungenen, ganznatürlichen" Auftreten eine sehr wohltuende Über-raschung für ihn und bestätigte nur den tiefen Eindruck, den er von seinerDichtung empfangen hatte. Er traf von nun an auch in Deutschland öftermit ihm zusammen und wie wir es schon bei anderen bildenden Künstlerndieser Richtung bemerkten, wurde auch für Ludwig von Hofmanndiestrenge Stilsicherheit Georges und seine Übertragung der Natur ein äußerstwertvoller Antrieb und die willkommenste Bestärkung auf dem eigenenWeg". Es war der Weg den er von Puvis de Chavannes und vor allem vonMarees beschritten sah: die ganze Kraft in den Dienst einer sinnbildlichenDarstellung für die Welt einer höheren Wirklichkeit und des Menschlich-Wesentlichen zu stellen. Im römischen Atelier Ludwigs von Hofmannhatte George eines Tages den jungen Berliner Verleger Dr. Georg Bond»angetroffen der die Blätter-Ausgaben der Dichtungen Georges bereitskannte und mit dem Vorschlag heraustrat eine öffentliche Ausgabe zu ver-anstalten. Da sowohl die persönliche Art des Mannes wie auch die Ung«'färbtheit seines Verlages ihm zusagten, ging George darauf ein und tratnach seiner Rückkehr in die Reichshauptstadt über die Einzelheiten in Ver-handlungen mit ihm.

Je mehr die neue Dichtung in inneren Kämpfen gereift und stark genuggeworden war, um die Stille und Zurückhaltung ihres beginnlichen Da'seins entbehren zu können, desto mehr hatte George sie im Laufe eines

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