baren Hofmannsthal die freundliche „Botschaft" und das tiefsinnige Selbst-gespräch des Jünglings mit der Spinne, von Gerardy die märchenklareFernfreude von „Heimkehr und Fahrt", das „Domfenster" mit der unver-geßlichen Gestalt „Sankt Georg unter dem Eisen Seele die betet" unddas traumhafte „Gespräch" zwischen Mutter und Kind — von Wolfskehldi e an den BÜCHERN DER HIRTEN entzündeten „Sühnopfer" und dasSc höne Bild des Fremdlings bei den „Phäaken" — von Klages die nord-Sc hwangeren „Wandlungen" und das sonnentrunkne „Salambo" — vonGeorge endlich die ersten Gedichte „Seit der Ankunft des Engels", einvöllig neues Feld des Lebens aufbrechend, eine ungeahnte Sicht des Gei-zes vorverkündend. Ja darüber hinaus sagte er den Kampf gegen die Zeitln einer Überschrift, die Eroberung eines bisher unberührten Bereichesln der gewandelten Dichtform an: „Noch ein Goethespruch" zu den vielendamals bei der Feier der Wiederkehr des hundertundfünfzigsten Geburts-ta ges des Großen Allzubetasteten Allzuwenigbefolgten. Der Wurf diesesGedichtes flog um ein Jahrzehnt fast dem Gesamtwerk voraus, das ihna Ufnehmen sollte, aber es zeigt uns die Spannkraft, mit der der Dichtergeistgeladen, die Angriffslust, mit der er befeuert war.
Schon hatte auch in seine Reihen der Tod den ersten Hieb getan: Richard^erls war im Jahre 1898 gestorben, der dritte Band der vierten Folgebr achte einige Verse aus seinem Nachlaß und drei Gedenksprüche derfreunde, die das Zwingende Verführerische Dunkel-Schöne dieses kurzen"'allers noch einmal aufleuchten und was unverlierbar an ihm war insewig e Bild treten ließen. Aber die Trauer um nötiges Geschick hob das nö-t! ge Tun des Tages nicht auf und der „die vergeblich dunklen Bahnen haßte"w arf bald den Blick auf die Gebliebenen und Kommenden und in die tau-Se nd Reden und Sprüche zur Jahrhundertwende klang sein stolzes Worta m Beginn der vierten Folge: „Daß ein Strahl von Hellas auf uns fiel: daß
nsre Jugend jetzt das Leben nicht mehr niedrig sondern glühend anzu-
e hen beginnt: daß sie im Leiblichen und Geistigen nach schönen MaßenSu cht: daß sie von der Schwärmerei für seichte allgemeine Bildung und Be-glückung sich ebenso gelöst hat als von verjährter lanzknechtischer Bar-
arei: daß sie die steife Gradheit sowie das geduckte Lastentragende deru mlebenden als häßlich vermeidet und freien Hauptes schön durch das Le-, e n schreiten will: daß sie schließlich auch ihr Volkstum groß und nichtlr *i beschränkten Sinne eines Stammes auffaßt: darin finde man den Um-
chwung des deutschen Wesens bei der Jahrhundertwende".
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