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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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hchkeiten gelockt. Vor dem großen Manne und dem großen Schriftwerkerscheinen ihm Reiche und Kirchen, Staaten und Bünde, selbst wenn jenesie geschaffen, gewandelt oder bewirkt haben, als weniger wichtige Aus-strahlungen, fast als zeitliche Zufallswirkung, die dem Bilde des Urhebersnj cht mehr zugehört. Diese Sicht des 19. Jahrhunderts auf die Vereinze-lung _ nicht die Einzigkeit der großen Person, die aus den späterenWerken Gundolfs noch bis in ihre Titel merkbar ist, wurde aber dadurcha us der gefährlichen Nähe der monographischen Wissenschaftsform jenerZeit gerückt, daß Gundolf auf den lebenden großen Menschen traf. Vonihm genährt, erzogen und gebildet erfuhr er an ihm die tiefe Einheit in allen^ebensäußerungen eines ursprünglichen Geistes vom hohen Flug der Werk-Sestaltung bis zur schlichten Einfachheit des täglichen Wirkens und lernteai *i lebendigen Dasein des Großen das Wesen der geschichtlichen Größentiefer erfassen als durch die eifrigsten Studien. Seine eigne Geistesrichtung,der Zug ins Individuelle wurde dadurch nicht geändert, aber fruchtbar ge-dacht für eine neue Betrachtungsweise der schöpferischen Genien. Indem^undolf sich mit der ganzen Hingabe seines jugendlichen Herzens anGeorge band, von ihm das Gesetz des Geistes wie die Richte des Tagesn ahm, wurde sein Trieb zur Vereinzelung gebunden: George als Personw ar für ihn das Gesamt der Welt, sittliches Gebot wie Vorbild der Haltung,Urteil für die Wertung wie Norm für das Handeln. Je mehr George ihnln den nächsten Jahrzehnten an sich zog, aus dem Führer ein Freund, ausem Erwecker ein Mithelfer in gemeinsamer Arbeit wurde, um so unbeding-er gläubiger vertrauender band Gundolf sein Leben an ihn und stellte alleseine Kräfte in den Dienst der von ihm gesetzten Aufgabe, der um ihn sich"denden Gemeinschaft und der aus ihm erwachsenden neuen Welt. Moch-er * die Freunde wohl einmal anders über das Verbundensein in irdischere meinschaft oder die Verpflichtung zum Staate denken, er war im Glau-en an George, im Handeln mit und für George eins mit ihnen und von eicher Unbedingtheit, ja lange der Nächste seinem Herzen und derSc hrtellste und fruchtbarste auf dem Plan der öffentlichen Betätigung. Alsr kam war er bei hellem Verstand doch fast ein unerfahrenes Kind, in Din-& e n der Welt von einer rührenden Vertrauensseligkeit und Unbedachtheit,le auch dem Manne blieb und in geradem Gegensatz zu seiner Weite,c härfe und Beweglichkeit auf allen Feldern des geistigen Streites stand:°n Scharfsinn aber ohne List, voll Gedanken aber ohne Wissen um dieRichte des geselligen und öffentlichen Lebens. Was ihn von früh anUs zeichnete war eine überraschende Beherrschung der sprachlichen Mittel,e für George um so merkwürdiger war, als sich nur wenig ursprüng-c °es aus der Sprachkraft stammendes Dichtertum in Gundolfs Versen

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