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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Pauly, die einzige Frau in den Blättern, deren schöne volltönende Verseden Einfluß aus dem JAHR DER SEELE verraten, aber doch von eigenemReiz und Wohllaut sind, Ernst Hardt, der später durch seineneuromanti-schen" Dramen bekannt und dann Generalintendant des deutschen National-theaters in Weimar wurde. Es ist ein rührender Ton in den Gedichten die-ses rührenden Menschen, aber es sind gute Schulverse ohne besondereEigengestaltung. Zu diesen vorübergehenden Mitarbeitern trat in den letz-ten Bänden der dritten Folge Friedrich Gundolf aus Darmstadt, der fast einVierteljahrhundert George und sein Werk begleitete, der jugendlich-schönste in der Schar der Münchener Freunde: als er George im April 1899bei Wolfskehl kennenlernte, war er ein noch nicht Neunzehnjähriger, dereben die Schule verlassen hatte, von hohem Wuchs und schlanken Gliedern,die schwanken Schultern bekrönt mit einem gewinnend schönen Knaben-kopf, die feinen ebenmäßigen Züge des Gesichtes von einem Wall blau-schwarzen Haares umrahmt, ein voller wohlgeschnittener Mund lag untereiner schmalen kaum merklich gebogenen Nase und unter der breiten hohenklaren Stirn zwei leuchtend hellblaue Augen mit den flachen Sternen derAdlervögel, deren fernstechenden Blick sie auch später annahmen. Damalshatten sie noch den weichen Schimmer der ersten Jünglingsjahre und drück-ten mehr Zagheit als Mut, mehr bebendes Glückverlangen als Kampfbe-gierde, mehr Wissensdurst als zuversichtliches Urteil aus. Gundolf hattetrotz seiner jüdischen Abstammung in seiner äußeren Erscheinung etwasvom romantisch-deutschen Jüngling. Das wesentliche Erbteil aus seinemUrsprung war ein außerordentlich beweglicher Verstand, ein fast mathe-matischer Sinn für große begriffliche Ordnungen und ein so ungewöhn-liches Gedächtnis, daß er später seine umfassenden Werke, auch etwa einBuch mit den unzähligen Belegstellen aus allen Jahrhunderten wie seinenCaesar" ohne schriftliche Denkhilfen und Zettelkästen aus dem Kopfe nie-derschrieb. Diesen großen verstandesmäßigen Fähigkeiten hielten zweiEigenschaften die Waage: einmal ein seltsamer Spott- und Spieltrieb, derihm bis in das Mannesalter eigen blieb und das heitere leichte Geselligseinverlieh, die erquickende Gabe, dem Allzuschweren im Gespräch seine Wuchtund zwar nicht dem Ernste aber der muffigen Ernsthaftigkeit in Rede undWiderrede ihre Last zu nehmen. Zum zweiten ein unstillbarer Hungernach sinnlicher Fülle, eine Sehnsucht nach Tatsächlichkeiten, die sich abernach der Grundanlage seiner Natur nur immer an schon durchgeistigtenStoffen, an Gedanken, Gedichten und Bildern wie sie in den Werken, jain den Büchern der Geistesgeschichte niedergelegt waren, ersättigen konnte.Ja auch in diesem Bereiche hat ihn immer nur die höchst verfeinerte Speise:Werk und Bild nicht einmal Tat und Schicksal der großen Persön-

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