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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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ihr Bild in die Fesseln lächelnder Schönheitsform. In blutender Seele flammtihm grundlose Begeisterung. Über der Leere des Abgrunds entfaltet er dasGewebe von Schönheit und Erhabenheit". Denn diese Schaffenden sind es,die das Leben dem Werke zum Opfer bringen, die nur Ruhm und Ehrgeizkennen um des Werkes willen, die mit ihrem unbedingten selbstmörderi-schen Willen nur das eine treiben und treiben müssen, von dem sie bis zurBesessenheit erfüllt sind und die aus ihrem unerschütterlichen Glauben anden bedingungslosen hohen Wert des Erstrebten auch die zähe Geduld derechten Bildnerlust schöpfen, ohne die oft bedeutende Naturen scheitern-Von denen, die sich um die Schwierigkeit der Mittel nicht kümmern und inEntwürfen steckenbleiben, oder von jenen die über der Beschäftigung mitden Mitteln den Zweck aus dem Auge verlieren und im formalen Spiel mitÄußerlichkeiten enden, unterscheidet der Meister sich dadurch,daß er dieGlut ewiger Jugend aus aller Beinlichkeit handwerklichen Bemühens un-vermindert davonträgt".

Wenn diese Männer im Künstler den Heiland sahen, der erhöhtes Lebenin jugendlicher Frische sprossen läßt und den Gott aus starren Felsen löst,daß ein neugeschaffenes Sein durch die Zeiten wandert, so forderten sie vonihm auch den schwersten Weg im Taumel der Unendlichkeit und unterden tausend Kräften, die sich umschlingen und erdrücken, sich fliehen undwieder fassen und stets im Dunkel zerrinnen wollen, forderten von ihm dieglühende Hingabe eines ganzen Erdenlebens. Und da ihnen ein Vorbild vonsolchem Ausmaß erschien und als Lebender unter ihnen weilte, so be-griffen sie von seiner Unbedingtheit und Größe auch die Unbedingtheit undGröße vergangener Gestalter auf eine neue Weise, die verrauschten Zeitenöffneten sich einer neuen Lust und neuen Erkenntnis und das BildDerEroberer", in dem Klages ein Sinnbild Napoleons auf der Höhe seinesWeges zeichnete, gehört wie die noch früheren Lobreden Georges auf JeanPaul und Wasmann zu den ersten Andeutungen einer geistigen Neuerfas-sung des geschichtlichen Stoffes, die von der Dichtung Georges ausgehendspäter den ganzen europäischen Raum durchdringen sollte.

Vorerst wuchs die Blättergemeinschaft noch im innersten Räume in derStille weiter und zog immer neue jugendliche Kräfte an sich. So hatte KarlBauer den ungebärdigen jungen Karl Gustav Vollmöller zu George ge-führt, einen im Jahre 1877 geborenen Stuttgarter, der schon als blonderblauäugiger Schulbube keck in Haltung, keck in Kleidung, keck in Blickund Worten war und kaum der Schule entwachsen eine kleine vorlauteSchrift überDie Sturm- und Drangperiode und den modernen deutschenRealismus" veröffentlicht hatte. Mehrere seiner besten Gedichte, einigeStücke ausAssüs und Sumurud" und das schönste der vier Bilder seines

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