so daß die törichte Menge bald diese hohen Bilder gesteigerter Erregung inäußerlichster Weise mißverstand und nach ihrer Art den geistigen Reich-tum mit dem stofflichen verwechselte.
Wenn Klein, Wolfkehl, Klages, Schmitz und andere in ihren Aufsätzenüber George und seine Dichtung nach den höchsten Gleichnissen aus denstaatlichen und religiösen Bereichen griffen, wenn sie von Mysterien, vonelfenbeinernen Tempeln und Säulenhallen, vom königlichen Priester mitder flammenfarbenen Binde um die hohe, helle Stirn sprachen, dessenschlanke Hände die Scheite der Opferbrände schichten und schwerduftendeNarden in die Gluten gießen — so sagten diese Bilder damit vom äußerenGeschehen noch nichts, vom Inneren aber, der Spannung der neuen Kräfteeher zu wenig aus. Sie deuteten die Höhe der Ebene, auf welche die er-schütterten Seelen der Jünglinge die Kunst erhoben, die Tiefe des Raumesan, der ihren Blicken geöffnet wurde und nur wer den neuen Rausch desSchönen an der hoffnungslosen Öde der häßlichen Umwelt jener Jahremißt, versteht die Glut ihrer Gleichnisse, nur wer den unwiderstehlichenZauber des jugendlichen Führers kennt, der sie aus eigner Enge und schnö-dem Alltag riß, versteht ihre gegenwartsfrohen und zukunftstrunknenWorte, wie sie um eines für viele zu setzen, Karl Wolfskehl dem „Priester
vom Geiste" in der dritten Folge und in „Ulais" widmete: „--------Eigene
Flamme hatte dich geläutert, du selbst hattest das Ziel gefunden, das un-erreichbar stets erreichte. Ihr eigenes Leben mußte deine Seele hingeben,auf daß sie leben könne, leben im Reiche des Wirklichen, im lichten Saaleder Vereinigung: der Küste, zu der nie ein einzelner gelangt, die dennochEinzelseins Strahlung ist. Im ringenden Sehnen nach diesem Lande, imHegen und Erweitern seiner Grenzen und goldenen Gaue, darin fand deineSeele Ziel und Lohn für alle Zeiten. Wie leuchtet nun ihr jugendlicherBlick, wie rüstet sie sich zum Streite und bebt in Kampfbegierde! IhreSehnsucht wandelt gleich einer Sonne über die Gefilde, wie ein Frühlings-regen weckt sie die Geister des Haines, nimmer aber erschöpft sich der Bornder Lust. Ohne Ende entquellen die Ströme harmonischen Wirkens derneuen Schale, verschwunden ist alles Tageszagen: weggefegt die ängst-liche Eigensucht, die immer am Vergänglichen klebt und jedem Werdenabhold ist, die Kleinmütige! Ein neues Priestertum ist erstanden, ein neuesReich den Gläubigen zu künden. Brausend fühlt die Seele des Schaffens,des echten Schaffens unaussprechliche Wonne. Da zeugt jeder Glücksge-winn ein kühneres Hoffen: nur ein Meilenstein zum Weiterschreiten mah-nend dünkt jeder Sieg: ein jubelndes Vorwärts ist alles Erringen. Der Pfadzum Leben ist gefunden, der heilige Weg, auf dem jeder Schritt ist gleich-wie ein Triumphgesang. Nicht bloß sich zu retten aus dem dumpfen Zucken
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