Deutschland stolz und herrlich wieder erwachen. Wir sehen in der trau-rigen Wüste die Wunderblume aufsprießen und wachsen. Es wird nochLicht kommen, da nun hier schon zu unserem Trost und unserer Freudeein Werk steht, bei dem unsere Träume lange verweilen, — und klaresHoffen für morgen".
Heute nach einem Menschenalter, nach tiefer Wandlung der Geschickeund dem Beginn der neuen gewaltigen Erschütterung unter den Deutschener greifen uns trotz des Mitschwingens französischer Voreingenommenhei-ten die Worte Gerardys durch die tiefe Echtheit ihres Tones und dieSicherheit ihrer gläubigen Voraussicht. — Diese Fremden und Halbfrem-den sahen uns vom Außenwall besser als wir selbst und vor ihren Blicken"°b sich darum auch das Bild des geistigen Erneuerers deutlicher von dendichten Schatten ab, die über unserem Volke lagerten. Die Unbedingt-"eit, mit der die Holländer George begrüßten, lernten wir schon kennen,"erwey suchte seine Tiefe und Gestaltungskraft, van Deyssel die Wuchs-e mheit seiner geistigen und leiblichen Erscheinung zu umgreifen: „DasSchönste ist: unter dem Haupt, das von weitem den Abglanz seiner Un-Semeinheit den Blicken des Betrachters entgegensendet und in unmittel-barer Nähe aus Flächen und Fächern zusammengefügt scheint, deren jedesa 's Teil des einheitlichen Gesichts durch Eigenart schön ist, im Leib denStengel zu sehen, der mit ihm zusammengeht, mit den Wendungen von"fust und Rücken, den Greifgebärden der Arme, den Tretgebärden derBeine wie ebenso viele Blatt- und Blütenzweige gemäß dem Seelenlebenv °n inndn, das sie gestaltet, und der Berührung mit dem Leben von außen,de m Sehen der Dinge, dem Hören der Worte von andern, das sie erregtm it Licht und Wind". Nicht anders schrieb der Franzose Saint-Paul umd >e Mitte des Jahrzehnts von der Gewißheit, daß die Gedichte des tiefge-Jiebten Freundes in Deutschland die Herrschaft erlangen würden und daßa »e die es leugneten in wenigen Jahren gezwungen sein würden, die Wahr-heit zu gestehen. Der Welschschweizer Ritter billigt „dem einzigen Trä-ger der neuen deutschen Kunst" schon 1895 einen so außerordentlichenEinfluß auf seine Gefährten und das junge Dichtergeschlecht Deutsch-lands zu, daß man ihm das Merkmal eines fast okkulten Zaubers zusprechenm üsse. Der Österreicher Hofmannsthal, der Pole Waclaw Lieder huldig-en ihm in Prosen und Versen von nie erhörter Glut und Siegeszuversicht.In Deutschland selbst scharten sich Dichter und Künstler, Jünglinge undMänner um ihn als ihren Führer zu einer neuen strahlenden deutschenKunst, ja einer schöneren würdigeren Gestaltung des ganzen Daseins und»Ire Begeisterung suchte in allen Sphären nach solchen Bildern der Ho-" e »t, Größe und Erhabenheit um das wunderbare Begebnis auszudrücken,
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