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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
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trat die Forderung Georges nach dem strengen schlichten Druckbild wie-der stärker hervor, Lechters schöne Umrahmung und Vorblätter sind ein-facher und zurückhaltender, mehr Begleitnote als selbständiger Teil desWerkes und konnten in einer zweiten Ausgabe ohne Veränderung desSatzspiegels weggelassen werden.

Noch vor dem JAHR DER SEELE im Januar 1897 hatte Lechter schonden Druck des ULAIS von Wolfskehl besorgt, der außer dem LechterschenTitelblatt noch ganz das Gepräge der frühen Georgeschen Bücher, vor allemder 1895 gedruckten BÜCHER DER HIRTEN hatte. Aber erst die reicherenFormen im JAHR DER SEELE erweckten den Anteil einer weiteren Öf-fentlichkeit in Deutschland. Der um diese Zeit gegründete Verlag Diede-richs übertrug dem Künstler die Besorgung eines Buches von Maurice Mae-terlinckDer Schatz der Armen", in dem Lechter die von George imJAHR DER SEELE angewandte ununterbrochene Seitenfüllung auf dieProsaseiten anwandte: die schweren Linien des ebenmäßig fast bis zumRand fortlaufenden Textes lassen nur zuweilen Initialen oder schmaledunkelrote Füll- und Schlußleisten aus dem tiefen Schwarz hervortreten.Es ist das Buch, das bei der Unbekanntheit der in diesem Kapitel geschil-derten Vorgänge auch heute noch häufig von den Buchkundigen alsMark-stein in der Geschichte der neuen deutschen Buchkunst" bezeichnet wird,aber auch von den früheren Bänden bemerkte die damals neu gegründete»Zeitschrift für Bücherfreunde" (11,5/6 Aug./Sept. 1898):Beispiele fürdie Ausstattung in derart komponierter Weise sind sehr selten; ich nennezuerst die »Blätter für die Kunst' und im Anschluß daran die Gedichtbücherv on Stefan George und Wolfskehl. Ich erwähnte diese schon einmal weilsie der Erkenntnis folgend, daß schnelle Lesbarkeit, also alltäglicheDeutlichkeit, nicht immer das oberste Gesetz bildet statt der großen An-fangsbuchstaben der Worte die kleinen setzen, sie geben auch keine Inter-punktion. Und sie haben dadurch einen unendlich vornehmen, abgeschlos-senen Eindruck gewonnen: die Bücher haben das was den andern fehltGeschlossenheit. Sie haben ein sehr starkes rauhes gelbliches Papier, siesind mit lateinischen Lettern gedruckt und zeichnen sich durch eine außer-gewöhnliche Anordnung des Satzes aus.--------Bei dem ganzen Kreise die-ser jungen Dichter überrascht die Einheitlichkeit und die Reife, die sie jetztschon besitzen, und die Zielbewußtheit mit der sie vorgehen. Sie sind ge-wissermaßen die ersten die erkannten, daß ein Buch aus Papier und Typebesteht."

Nach dem Erscheinen dieser Bücher begannen rührige junge Verlageauch in Deutschland wieder das schöne Buch zu pflegen, holten bald neu-erweckte Liebhaber die letzte Enkelschülerin von Morris an die Kunstschu-

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