auf Veranlassung Lechters in das Berliner Kunstgewerbemuseum undwirkten alsbald auf einige Künstler ein, ohne noch den großen Markt derBüchererzeugnisse zu berühren.
Noch vor der Gründung der Kelmscott-Presse und ihrem Bekanntwer-den auf dem Festland hatte George seit 1890 die Ausgabe seiner ersten Bü-cher begonnen und schon in der ersten Folge der Blätter den Kampf für„Das doch nicht Äußerliche", das heißt auch für die Gesamtgestaltung desBuches begonnen. Er hatte bei diesen ersten Werken weder einen bildendenKünstler noch Formenschneider, weder eine große Druckerei noch einengroßen Verleger zur Seite und beschränkte sich seiner Art nach darauf, mitden geringsten Mitteln ein möglichst geschlossenes, der inneren Vorstel-lung vom Einfach-Schönen entsprechendes Bild seiner Dichtung im ge-druckten Buche wiederzugeben. Ebendarum unterschieden sich die dreidünnen Hefte auch äußerlich schon von allen Erzeugnissen der Buch-druckerkunst jener Jahre in Deutschland und Lechter nannte die HYMNENals er sie fünf Jahre später kennenlernte, das erste wieder anständig ge-druckte Buch in Deutschland. Aller überflüssige Zierat war in ihnen fort-geblieben: in schlichter Einfachheit aber guter Zeilenstellung die Innen-und Außentitel, die Gedichte auf den Seiten so geordnet, daß jedes einzelnevon ihnen für das Auge ein eindrückliches Bild ergab, das Papier kräftigund getönt, die Type eine gute schlichte Antiqua, deren ruhige Wirkungnoch durch das Weglassen aller Großbuchstaben und aller überflüssigenLesezeichen vermehrt wurde, die Überschriften in kräftigen Versalien undim Verhältnis zu den Strofen wie auch diese und die Zeilen untereinanderin schön abgewogenen Abständen — Dinge, deren Bedeutsamkeit man erstbegreift, wenn man die schönheitswidrigen Erzeugnisse der deutschenBuchkunst jener Jahre „sowohl den rohen Flitter- und Emporkömmlings-prunk der einen als die platte und nüchterne Alltäglichkeit der andern" da-nebenhält und wie die Blätter sagten „das Äußere als den nie trügendenSpiegel des Innern" betrachtet.
Die bildenden Künstler erkannten damals sogleich „die geniale Neuheitund monumentale Einfachheit" dieser ersten Gedichtbücher und eben Män-ner wie Eckmann, Th. Th. Heine, E. R. Weiß und andere, welche schonin dieser Frühzeit mit George und den Blättern für die Kunst in Berüh-rung traten und die neuen Drucke kennenlernten, werden unter den erstengenannt, die sich um die künstlerische Ausstattung der nunmehr seitder Mitte der 90er Jahre mit großem Aufwand neugegründeten Zeit-schriften-Unternehmungen bemühten. Aber während es sich bei diesenZeitschriften meist um zufällig zusammengetragene Beiträge von Schrift-stellern und bildenden Künstlern handelte, geschah durch die Vereinigung
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