Dort wo die seligen all nieder zu kehren bereit
Dort wo die adler sind die gestirne, die boten des vaters
Dort wo die musen, woher helden und liebende sind
Dort uns oder auch hier auf tauender insel begegnen,
Wo die unsrigen erst blühend in gärten gesellt
Wo die gesänge wahr und länger die frühlinge schön sind
Und von neuem ein Jahr unserer Seele beginnt.
Noch freilich bevölkern von diesen Ersehnten erst wenige das Jahr derSeele, seine schönen Gezeiten durchschreiten die Liebenden und Gefährten,alle anderen Gestalten fehlen. Haus und Garten, Gemark und Landschaftliegen wie in einem engen Lichtkegel, jenseits dessen sich dunkle unbe-seelte Räume und Einöden dehnen von unbenannten Mächten bewohnt,ungestalt und dennoch seiend, unfaßbar und dennoch alldurchdringend,kein Kosmos noch Hades, kein Himmel noch Schlund, eine trostlose Ein-samkeit durch die nur „böse Sterne" und „ernste Gestirne" stechen. DaßGeorge auf der Schwelle zwischen den Zeiten stehend das Ungestalteschauend, aber im Grauen ehrend, den ewig unerklärten Grund wissendaber furchtlos ganz bejahend — daß er in den Traurigen Tänzen von die-sem letzten Verhängnis der Seele, ihrem Bedingtsein im unerbittlichenWerden und Welken, in schwermütigen Liedern und dunklen Zaubersprü-chen zu singen wußte, daß er aus diesem weitesten Flug ungebrochen undn ichts verleugnend wiederkehrte, war sein Sieg im Kampf mit dem Dra-chen der Zeiten, der das Erste und Letzte erkennen will: George sang diefinstre Rätselwildnis und beugte die Stirn vor ihr.
Von diesem Kampf her begreifen wir die Schatten die über das dreimaldreigeteilte JAHR DER SEELE fallen: Ein welkes Seelenbild verging, dasunerbittliche Geschick neuer Schöpfung taucht auf. Die tiefsten Schattenliegen über dem Kreis der Traurigen Tänze: Sinkendes Jahr und sinkendeLiebe, Abschied und Tod, stummes Leid und einsame Pein, selbst der Früh-ling voll stiller Trauer, selbst der Trost noch im Gram, selbst die flam-menden Wälder noch ohne Heil. Und dennoch trotz des „Grollens derschrecklich Fernen", trotz der bleichen Bilder und welken Einsamkeiten,trotz der trübsten Stunde: ein Wachen ein Weiterschreiten, ein Preis derWunden und Gruß an den neuen Wind der Weiten.
Über den beiden ersten Kreisen liegen die Schatten weniger dicht: Hier*st die Seele eingegangen in die Körper und Dinge des gestalteten Lebens,eines Wachstums mit ihnen, weder All- noch Einzelseele und nicht imZwiespalt mit den Gewächsen der Erde, sondern die göttliche Leiblichkeitder Dinge selbst, der Zauber ihrer Erscheinung, der Duft ihrer Blüte, derSchmelz und die Süßigkeit ihrer Früchte.
Schwingt sie im dritten Kreis mit den ewigen Mächten des Weltenjah-
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