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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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tete und bis zu welcher Gehobenheit der Formung auch ein mäßiges Ta-lent durch gutes Beispiel und gute Schulung gelangen konnte. Wie andersfreilich verhielt sich vor den gleichen Vorbildern eine aus eignem Kern ge-nährte Natur wie Perls es war! Aus den wenigen seinen letzten Ge-dichten in der dritten Folge bricht selbst bei unmittelbaren Anklängen anSchrittmaße des ALGABAL eine nur ihm eigentümliche Gebärde, ein nurihm gehöriges Wissen der Seele hervor und wir glauben dem Hochmutseiner Todesaugen mehr als den matteren des Gesunden. Auch von Klagessind nur wenige Gedichte da, von denen das Bild des Reiters, aber vorallemDie Beschwörung" zum ersten Male an die Gewalt gemahnen,welche ihn ein Jahrfünft später völlig beherrschen sollte: Da wird selbergejagt, der den hinjagenden Gestaltensturm bannen will und endet an-ders als Faustauf den Trümmern ungelebten Lebens". Noch ist esBild: aber sind nicht Gedichte Spiegel der Seele oder mehr noch trinkenVerse nach Klages eigenen Worten nicht Blut, und lebt und stirbt nichtunsere Seele in ihnen und mit ihnen?Im Dichter sind nicht zwei Dinge:ein Erleben und eine Mitteilung desselben, sondern dichtendlebter,was ihm Tiefstes zu leben vergönnt war". In fast allen Gedichten vonKlages aber lebt das Endgrauen und nie ein Aufgang. Noch in den düster-sten Gesängen von Waclaw Lieder oder in den trübsten Liedern von Wolfs-kehl, selbst wo dieser später im Fimbulwinter das Endgrauen zum Vor-wurf hat, schwingt der Ton heller südlicher wie zum Lebensbeginn. Vol-lends in der dritten Folge sind dieKreuzgang"gedichte, dieaus der gro-ßen Wüste", die auf Ulais, die Totenklagen um Adonis und Corona eineinziger schwellender Dithyrambus auf Dionysos, auf sein Reich von Lebenund Tod, auf den Anfangszauber mitten im Untergang. Man fühlt seineKehle vor Liedern pochen und unermüdlich wandelt und wechselt sie dieklangreichen Maße in der Lust des Singens. Im geraden Gegensatz dazuhaben die Gedichte Hofmannsthals fast nur einen Gang, ein langsam ge-messenes zögerndes Schreiten, wie eines sehr guten sehr sicheren aberermüdeten Tänzers, der nicht weiß wann und warum enden, der nieder-schauend auf dunklem Schicksalsgrund, aufschauend unter dunklen Ster-nen sich in immer gleicher Weise getrieben fühlt und seine schönen Figu-ren unter dem Zwang eines unfaßlichen Wesens zieht, das er selber noch-mals ist. Die GedichteTerzinen über Vergänglichkeit",Manche freilichmüssen unten sterben" undWeltgeheimnis" geben am reinsten diese auchin den Märchen der Völker vielleicht traurigste Frage der selbstverlustigenSeele wieder:Der Gefangene ist da, aber wo bin ich?"

George selbst hat zur dritten Folge die Lobrede auf Jean Paul, eine Er-innerung des Sophokles aus TAGE UND TATEN und weitere Gedichte aus

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