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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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zurufen für das Wunder meiner Transfiguration, wie er es schon bei meh-reren jungen Dichtern erlebt hatte. Die flüchtigste Berührung mit dieserneuen Kunst war für jeden Berufenen eine sofortige gründliche Reinigungvon Naturalismus und Stillosigkeit". Oskar A. H. Schmitz war 1873 zuHomburg vor der Höhe geboren und hatte schon seit mehreren Jahren instetem Hunger nach Erlebnissen die Welt durchfahren, ohne viel erlebtzu haben. Jetzt wurde er durch die Berührung mit der neuen Dichtungund den Verkehr mit Wolfskehl aufs tiefste aufgewühlt:Wolfskehl er-öffnete mir einen üppig sprießenden Zaubergarten, dem etwas Dunkles innur zutiefst entsprach. Schauernd erzitterte ich bisweilen bei seinen Wor-ten in meinen Grundfesten und leise begann sich in mir etwas wie ein ein-gefrorenes Mühlrad im Frühling zu drehen, als sollte das Unterste zu°berst gekehrt werden". Die Aufnahme einiger seiner Gedichte in den Blät-tern betrachtet er auch heute noch als seine eigentliche literarische Sporen-Weihe. Aber wenn er glaubte darin ein Werturteil über seine Begabungz u erkennen, so mußte er später selbst gestehen, daß dies ein Irrtum war:»Georges Urteil entschied nicht die Talent- sondern die freilich ebensoWichtige Niveaufrage". Ja der Irrtum lag noch tiefer, wie Schmitz einigeJahre später erfahren sollte. Die Mitarbeiterschaft an den Blättern ent-hielt auch kein dauerndes Urteil über die Person und entschied eben-sowenig etwas über das Verhältnis zu George wie über die Zugehörigkeit2 u seinem engeren Lebenskreise. Dies wurde nicht durch noch so gute Ge-richte sondern die Bewährung des Menschen im lebendigen Mit und Ne-ben erworben. Dazu gehörte vor allem unbedingtes Einstehen des einen*ür den andern und aller für das Ganze, zum wenigsten ein ZurückstellenPersönlicher Meinungen und Zwiste nach außen. Im Innern gab es schonKräfte genug für jedes geistige Gefecht und Kampfspiel, aber bei der ge-fährdeten Stellung des kleinen Häufleins, an dessen Spitze George für eineWelt wider eine Welt kämpfte, war ein Abwerten der eigenen Gefährtenan irgendeiner öffentlichen Stelle schon ein Übergang zum Feinde. Wederdas Talent noch die Höhe der Könnerschaft also entschieden über einenMenschen sondern seine Art und Haltung. George zog zunächst den jun-gen Begeisterten auch in seinen persönlichen Umgang. Er traf ihn imJahre 1897 in Paris auf einem Dienstag-Empfang der Madame Rachilde-"alette, bei der die Künstler sich zu treffen pflegten, machte ihn dort mitseinen Freunden bekannt und öffnete ihm bald auch die Berliner und Mün-chener Kreise. Seine Gedichte in den Blättern und seine SammlungOr-pheus" im Verlag der Blätter es blieben die einzigen, welche veröffent-icht wurden verrieten den stärksten Einfluß von George und Wolfskehl,s ie zeigten aber, zu welchem Anspruch die neue Dichtung schon verpflich-

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