rische, nicht unkünstlerisch durch persönliche Mittel ergänzte, weil diePersönlichkeit gleichsam an sich noch einmal ihr Kunstwerk wiederholt,noch einmal an ihrer menschlichen Außenform gleichsam stilisiert sym-bolisch anmutet, als sei sie ihrerseits aus ihren eigenen Gedichten heraus-gesprungen und deren Geschöpf nicht minder wie deren Schöpfer" (Pan,4. Jahrg. 1898).
Was diese Frauen also sahen — und Frauen sehen in diesen Dingenoft schärfer als Männer — war die volle Übereinstimmung von Geist undHaltung, Stimme und Gedicht, die tiefe schlichte Einheit von Mann undWerk, eine Sicht, die erst dreißig Jahre später in den gebildeten Kreisendes Volkes durchdrang.
7. KAPITEL: DIE DRITTE FOLGE UND DASJAHR DER SEELE
WIR sind vorausgeeilt: all diese Erweiterung der menschlichen Be-ziehungen Georges in Deutschland und den Nachbarländern hattenur Sinn wenn der innere Kern seiner Welt, die Dichtung und die Dichter-gemeinschaft weiterwuchs: nur von diesem aus erhielt der Trieb bis an dieersten Ränder des gesellschaftlichen öffentlichen Lebens vorzudringen,seine nährende Kraft. Nur soweit der innere Raum erobert war, konnteder äußere betreten werden.
Die dritte Folge der Blätter deren fünf Bände vom Januar bis Oktober1896 erschienen, berichtete mit Freude den wachsenden Anhang unter denbildenden Künstlern und brachte als Inlagen den Abdruck eines Glasge-mäldes von Melchior Lechter, einer Zeichnung des in Paris lebenden Ma-lers Paul Herrmann und zwei Tonstücke von Clemens Franckenstein undKarl Hallwachs.
Von den lebenden Dichtern des Auslandes wurden neben den früherenGerardy und Waclaw zum ersten Male die neuen Freunde in Holland Al-bert Verwey, Hermann Gorter und auch ihr ehemaliger Mitstreiter WillemKloos, aus England Algernon Swinburne und als Vertreter einer neuenSchönheitslehre John Ruskin in Übertragungen aufgenommen. Die Blättersahen freilich ihre Aufgabe, wie sie ausdrücklich betonten, nicht in einemsinnlosen bloßen Herübernehmen alles ähnlich Gerichteten aus dem Aus-land: sie „brachten nur das, was durch die Art der Übertragung eigensterBesitz geworden, für unsere Sprache, unser Schrifttum und unser Werkim einzelnen natürlich und zuträglich war". Niemals wurde um der Voll-ständigkeit oder anderer Gründe willen der höchste künstlerische An-
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