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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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nies in Deutschland zu vermeiden: trotz aller Kräfte in Winkelhaftig-keit zugrunde zu gehen. Hier leitete die stillen wie bewegten Abende FrauSabine, selbst als Malerin ein tüchtiges Talent, in Musik und Gesang vonhoher Schulung, in geistigen Dingen ohne besondere Eigenbildung abervon großer natürlicher Klugheit, die von ihrer hohen Männerstirn und denklaren durchschauenden braunen Augen ausstrahlte, als Frau von denneuen Gedanken der Frauenbewegung angerührt und für sie eintretend,aber eine Gattin und Mutter von dem ungebrochenen Opfersinn alter Artfür Mann und Kind und Haus. Da Reinhold von allem nichts zu verstehenbehauptete was ihn störte, trug sie die ganze Last, ein großes Haus zuhalten, und ihre stete strahlende Freundlichkeit und ihr belebendes Feuerzogen Ernst und Anmut zu Gaste. George selbst brachte manche seinerFreunde ins Haus und sah hier viele Männer und Frauen der großen Stadt,mit denen er nicht in nähere Fühlung trat. An einem der Leseabende er-schien dort Nietzsches ehemalige Freundin Lou Andreas-Salome und brachtehren Schützling, den damals noch völlig unbekannten jungen Rilke, mit.All diese Männer und Frauen bewegten sich handelnd und denkend imBereich der Künste und von der Kunst des Altertums über Gotik und Ba-rock bis zu den jüngsten Zeiterscheinungen spannten sich die Neigungenund Gegensätze. Nicht immer standen sich die Meinungen so ruhig gegen-über wie im Verhältnis von Lepsius und Lechter, dem feinen Berliner Ra-tionalisten von höchster ästhetischer Schulung und dem erdhaften starkenMystiker aus Westfalen, dem Rembrandtliebhaber und dem VerehrerLochners und Simone Martinis einem Verhältnis zweier Größen diesich stillschweigend anerkannten ohne die Unterschiede ihrer Anschau-ungen zu sehr zu betonen. Denn eines verband sie damals alle: daß sie vonv erschiedenen Punkten her Zugang zur neuen Dichtung hatten, das Schönehebten und das Häßliche haßten. In diesem Räume konnte George eineZurückhaltung lockern, die ihm in einer fremden ja feindlichen deutschenUmwelt jede Öffentlichkeit noch zu meiden befahl: er hat bei Lepsius.neben den Lesungen im engeren Freundeskreise im November 1897 und»n Oktober 1898 zwei Vorträge seiner Dichtungen vor einem größerenKreise von Geladenen gehalten. Der erste dieser Vorträge fand durch2w ei der geladenen Frauen, die sich schriftstellerisch betätigten, auche >nen öffentlichen Widerhall und wir führen diese Auslassungen an, weilihre lügnerische Ausschmückung durch Unberufene bestimmte Kreise desliterarischen und wissenschaftlichen Schrifttums ergriff, denen wir baldbegegnen werden, und von dort her das Urteil der Öffentlichkeit über dendichter fast anderthalb Jahrzehnte trübend beeinflußt hat. Marie von Bun-s en berichtete in einer Tageszeitung überStefan George, ein Dichter und

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