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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Ganzheit und Zusammenhalt gewinnt, wo er an Höhe der Lebensbewegun-gen hinter dem Betrachter und an Wärme der Mitteilung hinter dem Leh-rer zurücksteht". Deyssel nannte diesen Verwandten des echtesten geisti-gen Adels, diesen Nachkommen der Fürsten und Helden des Geistes undder Seele auch äußerlich betrachtet vornehmer als den Adel der mitdem Gewicht der Abstammung von alten Geschlechtern auftritt. Er ver-glich den von verhalten gleitender Eleganz durchdrungenen Dichter-Künstler, diesenBoten der Anmut" mit den damals am meisten bekann-ten Typen männlicherEleganz" wie Oscar Wilde, den Prinzen von Wa-les oder den aus d'Aurevillys Büchlein bekannten Brummel mit dem Er-gebnis:Ihr werdet einen Unterschied sehen wie zwischen einer aufge-putzten Kutsche und einem Bildchen alt und fein. Die Kleider und Nä-gel und Bewegungen der einen werden ein Ganzes von hoher äußerlicherLebenskunst bilden, mehr eine gesucht vollkommene als die des anderen.Aber bei ihm, in dessen Wort das edlere innere Leben spricht, wird einGesamt von äußerer Bewegung, von tieferer einfältiger Schöne, ein Win-ken, Schreiten und pflanzenhaft schlankes Neigen auf den wechselndenRhythmen des Lebens sein, das allzeit tief in ihm singt".De Kroniek"schrieb in ähnlicher Weise von demzart-majestätischen Adel dieser Ge-stalt und dem feinen stillen Klang womit er seine Verse vortrug", wiesaber vor allem auf die allgemeine Bedeutung der Erscheinung Georgeshin. Deutschland, so führte sie aus, war den lebenden Holländern als dasLand der vorzüglich musikalischen, wissenschaftlichen, philosophischenund militärischen Leistungen bekannt. Mochte dort auch ein einzigergroßer Maler, Böcklin und der größte Prosaist des Jahrhunderts Nietzscheleben es gab doch im engeren Sinne keine eigentlich dichterische Kul-tur, auf die Holland in Verbindung mit Frankreich und Belgien so stolzwar. Trotz der näheren Verwandtschaft mit Deutschland konnten wirdiesen Bruder nicht lieben,wenn unser Gemüt die Leere bei unserenStammesgenossen fühlte". Nun sei mit Stefan George eine junge Dich-tung in Deutschland emporgewachsen und die Holländer freuten sichdarüber. Die Hoffnung auf eine tiefere geistige Verbindung mitDeutschland, die wir schon in Frankreich und Belgien hatten laut werdenhören, sprang so auch in Holland auf, kaum ein halbes Jahr nachdemGeorge das Land betreten hatte.

Zu England, das George seit seinem ersten Aufenthalt in London nureinmal wiedergesehen hatte, trat er in eine neue Beziehung durch denjungen Cyril Scott, der sich mit Clemens von Franckenstein in Frank-furt a. M. in der deutschen Musik ausbildete. Der kaum siebzehnjährigeEngländer von den Ufern des Mersey war von einer auffallenden Schön-

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