stehen seit 1904 durch die von ihm allein herausgegebene „De Beweging"abgelöst wurden.
In diesen Zeitschriften, welche für sein kleines Land durch die größereSichtbarkeit aller Öffentlichen Äußerungen eine weitaus stärkere Bedeu-tung haben als Erscheinungen gleicher Art in Deutschland, hat Verweyfast vier Jahrzehnte hindurch sowohl durch Förderung und Veröffent-lichung junger Dichtungen wie durch kritische und darstellende Aufsätzeeinen zähen Kampf dafür gefochten, dem Dichter in seiner Heimat einengebührenden Platz in der Gesellschaft neben dem Geistlichen, dem Staats-mann, dem Wissenschafter und Wirtschafter zu erobern. Nach dem Er-löschen der Zeitschriften faßte er seine eigenen Aufsätze nochmals zu-sammen — so in den Büchern Toen de Gids Werd Opgericht, Amsterdam1899; Stille Toernooien 1901; Luide Toernooien 1903; De Oude Strijd1905; Proza 10 Bde. 1921—23 — und setzte durch diese Sammelbände denKampf in geschlossener Ordnung fort.
Mit einer Übertragung von Shelleys „Verteidigung der Dichtkunst"hatte der Jugendliche diesen Kampf um das Jahr 1880 eingeleitet und ineinem Vorwort der bürgerlich-protestantischen Anmaßung seiner Lands-genossen die trotzige Erklärung entgegengeschleudert, daß nicht Luthersondern Dante der erste Neuformer, der erste Erwecker des in Schlaf ge-fallenen Europa gewesen sei und daß alle Gründe hinfällig seien, aus denenman vom Dichter gefordert habe, die bürgerliche Krone an Redner undWerkleute abzutreten. Das Vorwort zu seiner zehnbändigen Prosaaus-gabe schloß er vierzig Jahre später mit den gleichen Gedanken in gereif-ter Form: „Die Idee der Dichterschaft bildend und betrachtend stellt sichin die Gesellschaft. Sie bestimmt da ihr Verhältnis zu Künsten und Wis-senschaften, Religion und Philosophie, Staatskunst und Volkswirtschafts-lehre. Sie gibt Führung den jungen Dichtern. Sie ordnet die Vergangen-heit der vaterländischen Dichtkunst und sucht Verwandtschaften im Aus-land. Sie zeigt an einer großen Anzahl Erscheinungen Kunst und Lebenbetreffend wie die Welt, von ihr aus gesehen, werden muß.
Denn die Idee der Dichterschaft ist nicht nur von Bedeutung für Dich-ter. Sie ist die schaffende Einbildungskraft, die am unmittelbarsten inder Dichtkunst verkörpert wird, die aber als erster menschlicher Triebmit dem Leben selbst zusammenfällt. Jeder Mensch hat Augenblicke woer Dichter ist. Jede große und gute Tat kommt hervor aus der dichterischenEinbildungskraft.--------
Dies ist die Überzeugung, die wie ich hoffe, aus dieser Ausgabe sprechenwird. Die Dichterschaft die sie verkündet, ist nichts anderes als der ein-geborene Glaube an die Göttlichkeit der Welt".
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