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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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Die Bilder sind spärlich, groß und gehen aufs Wesen; und neben ihnenerscheint die metaphorische Reichlichkeit vieler Dichter aufgedunsen undübel angebracht.

Von einem Sieger ist gesagt:

Er geht mit vollem fuße wie der löweUnd ernst...

Der sinnlich geistige Eindruck einer singenden Menschenstimme wirdso gemalt:

Wenn deine stimme sich in lieder löst, verbreitestDu warm und tief behagen und genuß.

Einzelne Bilder sind vom überspringenden Feuer, vom Sternenhimmel,von den einfachsten, sozusagen ewigen Hausgeräten genommen. Der viel-fältigeverklausulierte und zersplitterte" Zustand unserer Weltverhält-nisse ist in den ungeheuren Abgrund des Schweigens geworfen. Auf dasmannigfaltige Aufdringliche, innen und außen, wird nicht angespielt. Dasgrenzenlose Formale ist abgetan und damit eine verworrene Gewissenslastabgeschüttelt.

Diese Menschen scheinen freier, leichten Hauptes und leichter Hände,behender und lautloser ihr Atem, minderes Gewicht auf ihren Augenlidern.Wir erkennen unser Dasein in ihnen wieder, aber in einem neuen, freierenVerhältnis gegen die ganze Natur fortgesetzt. Man wird an jene glück-lichen Bewohner entfernterer Gestirne erinnert, die aus leichterem undfeinerem Stoff vermutet werden.-------

Es wird niemandem ein gewisses Verhältnis derHirten- und Preisge-dichte" zu den Alten (und mehr zu dem Tone des Tibull und Horaz, alsdem der Griechen), ein gewisses Verhältnis derSagen und Sänge" zu demTone der Deutschen des 13. Jahrhunderts entgehen. Auch wird hier die gie-belige Stadt, die Kapelle, die beblümte Au der Miniaturen sparsam ange-deutet, wie dort das Entsprechende in der Art der geschmückten Krüge.Nur ist dieses Verhältnis nicht stärker herbeigezogen, als es für Menschenspäter Geschlechter ganz unaufdringlich und selbstverständlich in denLandschaften, den ererbten inneren Zuständen und äußeren Manieren zuliegen scheint. Wir sind von vielfältiger Vergangenheit nicht loszudenken.Aber freilich ebensowenig in eine bestimmte Vergangenheit hineinzuden-ken. Hier wird der Takt eines Künstlers alles entscheiden; das Wider-wärtigste und der feinste Reiz scheinen hier durcheinander zu liegen. Wirgeben uns kaum Rechenschaft darüber, wie viel von dem Zauber einesjeden Tones diese mitschwingenden Obertöne ausmachen, dieses Anklin-gen des früheren Herben im späten Milden, des Kindlichen im Feinen,dieses Mitschwingen des Homer in den späten Griechen, der Griechen

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