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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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von Welten, der Übergang der unendlichen Freiheit in die endliche Er-scheinung. Wäre das nicht: so könnten wir keinen anderen Charakter ver-stehen oder gar erraten als unsern von andern wiederholten.--------Nur

unterscheidet sich der Genius dadurch, daß in ihm das Universum mensch-licher Kräfte und Bildungen als ein mehr erhabenes Bildwerk in einemhellen Tage liegt, indes dasselbe in andern unbeleuchtet ruht, und demseinigen als ein vertieftes entspricht. Im Dichter kommt die ganze Mensch-heit zur Besinnung und zur Sprache, darum weckt er sie wieder leicht inandern auf". In diesem Sinne trug George, wie Friedrich Gundolf esSerade für die BÜCHER unvergleichlich geschildert hat, die menschlichenUrformen unserer Bildungswelten in seinem Innern und führte sie durchdie dichterische Eingebung ins helle Licht der Sprache herauf. Aber indemer die reinen Menschenbilder der Geschichte, das heißt der einmal dort unddamals zeitgewordenen Gottesseele in seiner lebendigen Seele wiederer-stehen ließ, erfaßte er doch zugleich auch ihre späteren historischen Spie-gelungen im deutschen Geiste und unsere klassische Wiedergeburt, unsereMittelalter-Romantik wie unser orientalischer Märchen- und Schicksals-schauer, der von der Gralsage über Goethes West-östlichen Diwan bis zuWagners Parsifal und Nietzsches Zarathustra schwingt, ist in seinen Dich-tungen mitverfangen. George offenbarte sich gerade in diesem Werke zu-ef st als der umfassendste Geist der Gegenwart. Er ist weder Klassizist°och Romantiker noch Orientalist, aber was wir mit diesen Bezeichnungena n Dichtersehnen und Denkermühen, an Fernfahrersüchten und Kinder-träumen umfassen und noch atmender Teil unseres Wesens ist, auch diesUnd gerade dies hat George mit in sein Werk gehoben: nicht mehr alsQuälende Sehnsüchte und vage Stimmungen sondern als unvergänglicheerfüllte Gestalt unseres eigenen Menschentums. Wir dürfen seitdemu nd es ist im jungen Geschlecht schon geschehen an die Wiedererwek-kung der Vergangenheit gehen, ohne Furcht uns selbst zu verlieren: amhellenischen Traum zu verbluten, am christlichen Seelenflug zu verschwär-nie n, am morgenländischen Herrscher- und Weltenprunk zu verflüch-tigen. Wie ALGABAL den Endrausch unserer Zeit aufgefangen hat, umdem beginnenden Leben freien Weg zu geben, so haben die BÜCHER unsererernsüchtigen und rückgewandten Triebe wieder ins Gegenwärtige heim-geholt, ja sie haben uns von der ganzen Belastung der Geschichte als eines2 Um Selbstzweck gewordenen toten Wissens vom Vergangenen befreitu nd sie uns wiedergeschenkt als vertieften Schicksalsraum unseres han-delnden und bildenden nicht nur unseres erkennenden Selbst.

Der Aufbau des neuen Werkes brachte die weitere Vollendung des Ge-setzes, das wir auf der Linie von den HYMNEN zum ALGABAL sich ge-

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