ihren politischen Beziehungen statthatte und eben im Frühjahr 1895 ver-söhnliche Männer eine öffentliche Rundfrage in Frankreich veranstaltenkonnten, ob fortgesetzte geistige Beziehungen zwischen den beiden Län-dern erwünscht seien. Mallarme antwortete darauf, indem er für diedeutsche Seite auf die Blätter für die Kunst hinwies, daß die Wünschbar-keit dieser Beziehungen nicht mehr in Frage stehe, sie seien schon da:nBaudelaire ist übersetzt, ich klatsche Beifall!" Und schon damals fühlteauf seinem neutralen Beobachterposten Verwey, der George noch nichtPersönlich kannte, die Wichtigkeit der geistigen Bänder, die sich sozwischen den feindlichen Völkern neu zu knüpfen schienen und schrieb2 U jener Antwort Mallarmes in seiner zweimonatlichen Zeitschrift: „Dieliebenswürdige Hoheit dieser Erwiderung ist um so schöner, weil die Ant-wort selbst eine vollkommene Kenntnis und durchsichtige Wahrheit ist,Ur n die jedoch von all den Menschen, welche die Frage beantwortet haben,nie mand wußte, und die von diesem Dichter wie von einem Eingeweihten,e 'nem göttlichen Orakel auf den Markt gesprochen wurde. Hoch ist dieseAntwort, weil sie die ganze Aufzucht furchtbar wuchernder, hüben unddrüben des Rheins schwappender Theaterbewunderung, die es doch mitl hrem Geschwatze dem Ohre schwierig genug macht, gar nicht zu bemer-ken scheint. Liebenswürdig, weil sie dieser Abschätzung des Minderenn Ur durch eine Anerkennung des Höheren Ausdruck verleiht. Und wahru nd vollkommen wissend ist sie, weil es für jeden Kenner deutscher Ge-dichte deutlich, ja offenbar ist, daß die einzige Erscheinung in Deutsch-land in diesem Augenblick von höchster, weil dichterischer Bedeutung"inerhalb jener geistigen Beziehungen die .Blätter für die Kunst' und die"erse ihres Dichters, zugleich des Übersetzers Baudelaires, sind: StefanGeorge".
4. KAPITEL: DIE BÜCHER
ALS die seltsamen Stimmen des Auslandes ertönten, die den in Deutsch-land nur von ganz wenigen beachteten, der Öffentlichkeit noch gänz-lich unbekannten Dichter schon mit europäischen Fragen in Zusammen-hang brachten, legte dieser nach der Rückkehr nach Deutschland dieletzte Hand an das Werk, von dem er in den Blättern schon eine AnzahlGedichte veröffentlicht hatte: DIE BÜCHER DER HIRTEN-UND PREIS.G EDICHTE, DER SAGEN UND SÄNGE UND DER HÄNGENDEN GÄRTEN.^ r vollendete in der Heimat, was er in der Heimat begonnen hatte, als erar n Rheine langsam von den Erschütterungen des ALGABAL genas. Eshegt daher die Stille nach dem Sturm der ersten Dürchbruchsjahre über
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