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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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dann hat Platen in seinen Gaselen auch schon für morgenländische Be-geisterung die Sprache bereitgemacht. Erst durch Bearbeitung von Ge-orge wurde der polnische Dichter in den Blättern eingeführt: denn denSchwung seiner hochgestimmten Verse kann nur ein hochgestimmterGeist wiedergeben. Eben darin aber auch in Darstellungen einer durch-dringenden veilchenfarbenen Schwermut liegt sein Dichtertum" (Twee-maand. Tijdschr. Jan. 1898). In der Tat dieserTräume Zweigesang", wiee s in einem der Gedichte heißt, berührt zunächst durch Fremdheit undSchwermut. Ihre Bilder liegen auf einer mit uns verbundenen Linie, derkatholischen, und auf einer fremden, der slawischen mit ihrer Verlänge-rung ins Orientalische, das bei Waclaw noch durch sein forschendes Ein-dringen ins Asiatische verstärkt war. Aus diesem Slawisch-Orientalischenhaben sie jene überklaren Umrisse wie in einem dünnen Luftraum, jenesinnliche Nähe und Nacktheit der stofflichen Dinge wie in regenklarerLuft, die ihnen eine unheimliche und fast beängstigende Fremdheit gibt.Aber die Fremdheit wird aufgewogen durch die menschliche Artung,w elche aus den Gedichten spricht. Wie um es am Beispiel deutlicher2 u machen Swinburne uns nahe ist durch den gemeinsamen Bildungs-bereich und uns daher in seinen Bildern unmittelbar sprechend ja schmei-chelnd anrührt, aber als menschliche Artung als männliche Haltung fremdv ernebelt fast gestaltlos erscheint: so wird umgekehrt der in der Bildartfremde Waclaw Lieder uns durch Gebärde und Sitte nahegerückt, die öst-liche Unmittelbarkeit der Bilder wird beruhigt durch den großen Wurfdes adligen Menschen, der jeder Strofe eine feierliche Bewegung gibtu ud selbst mit dem Fernen und Ungewöhnlichen schaltet wie ein großerv iele Länder überschauender Fürst. Seine Schwermut ist nicht minder einErbteil der weiten traurigen Ebenen des Ostens, aber sie hatte in dems ohn des unterworfenen Volkes, des von seinen Nachbarn aufgeteiltenVaterlandes noch eine besondere Wurzel: er gehörte nicht zu den Lands-Senossen, die noch auf die Wiederherstellung Polens hofften, mochte sie'hm äußerlich als Erlangung staatlicher Selbständigkeit auch nicht un-möglich scheinen, aber er glaubte nicht mehr an die Kraft seines Volkes2 u eigener höherer Gestaltung. Dieses herbere Schicksal seines Vater-'andes bedrückte ihn tief und das Erlebnis mit George dem hoffnungs-^utigsten Kämpfer für seine Welt ließ ihn noch deutlicher das furcht-bare sinnlose Gesicht erkennen: wissend und schauend für etwas schaffen2 U müssen, das nicht war und nicht mehr sein konnte. Er ging wenigeJahre später in eine Art freiwilliger Verbannung und Entsagung undkreuzte den Weg Georges nur noch einmal ein volles Jahrzehnt später:e 'n Vierzigjähriger mit einem Antlitz, in dem die Runen eines tief von

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