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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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schwächte Sinneneinheit ohne Umweg Gebilde begreifen konnte, welcheden rational zugespitzten Mitteln der meisten deutschen Zeitgenossennoch undurchdringlich und unverständlich waren.

Unter solchen Genossen wurde der Winter 1894 au * 95 e i ne Zeit deslebhaften Austausches von Erfahrungen und Meinungen über die Kunst.Auch Gerardy verbrachte diesen Winter in München und verstärkte dieerregenden Gespräche nach einer besonderen Seite hin, da er einer derbesten Kenner der mittelalterlichen Künste war, die damals noch nichtden Anteil der Wissenschaft wie heute fanden. Eine gewisse Begierdewurde im Eifer des gegenseitigen Lehrens und Lernens bei den Freundenlaut, sich mehr als bisher erklärend und deutend den Fragen der Kunst zuwidmen und die Gedanken darüber in den Blättern niederzulegen. AberGeorge warnte in der Vorrede des fünften Bandes vor dieser Erweiterung,ihm schien es fastdas Wesentliche in unseren Blättern wie in unserer gan-zen Kunstübung: die verdehnte hergebrachte Redeweise zu mißachten undvom Selbstverständlichen, genugsam Behandelten endlich einmal zuschweigen". Für die jüngeren Anhänger sei es nicht so sehr das einzelneder Gehalt, wie das allgemeine die Haltung, was sie schnell be-merkt und sich lebhaft angeeignet hätten. Die Freunde und wissendenGönner aberwürden uns den lästigen Ausleger kaum verdanken". Dochfand diese Lust zur weiteren Ausbreitung damals ihren Ausdruck in zweiSonderheften derAllgemeinen Kunstchronik", welche Georg Fuchs, einFreund von Wolfskehl, im November 1894 u °d Februar 1895 herausgabund ganz den in Deutschland noch kaum bekannten Dichtern, Musikern,Malern und Bildhauern widmete. Sie berichteten über die Vorbilder derneuen Bewegung Goethe und Platen, Böcklin, Wagner und Nietzsche,gaben eine Anzahl der in der zweiten Folge der Blätter schon veröffent-lichten Gedichte und Aufsätze wieder, machten zum ersten Male zweiBildnisse Georges bekannt und brachten neue Aufsätze von Gerardy überdie junge belgische Kunstbewegung. EinSendschreiben" von KarlAugust Klein gibt am ehesten etwas von dem Geiste wieder, der damalsdiese Künstlergemeinschaft beseelte.Die Blätter für die Kunst", schrieber, machten zuerst den Unterschiedzwischen dem Schaffen aus innerer

Notwendigkeit und dem aus gewerblichen Gründen--------sie zogen einen

Kreis von Künstlern heran, die fern von der Menge weiter nichts wolltenals sich leben, frei von allen geschäftlichen und journalistischen Nebenge-danken und sie gaben zuerst die Anregung alle gleiches erstrebenden Ver-treter der verwandten Ton- und bildenden Künste zu vereinigen, derenHand-in-Hand-Gehen in anderen Kulturstaaten eine beispiellose Kunst-blüte erzeugen half, eine Kunstblüte, nach der wir noch vergeblich

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