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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
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Stürzer der Vendomesäule, eingeleitete Bewegung der naturalistischenMalerei war von der Verwerfung jedes geistigen, ja überhaupt jedes höhe-ren menschlichen Vorwurfes in den neunziger Jahren schon bis zur aus-schließlichen Schätzung des freien Vortrages, eines rein optischen Impres-sionismus gelangt: als Malwerte wurden allein die Reize anerkannt, welchedas Auge von außen trafen. Unzweifelhaft hatten die jungen Geschlechterder beginnenden zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Recht sich gegendie verbürgerten Formen der Kunst zu wenden: dem Epigonentum in derLiteratur entsprach einSalonidealismus" in den bildenden Künsten, derdie überlieferten geistigen Werte zu rührseligen lüsternen und schein-Prächtigen Szenen herabwürdigte, deren Verlogenheit auch ein großestechnisches Können nicht mehr rechtfertigen konnte. Aber was die Um-stürzler an seine Stelle setzten war weder eine größere Technik noch einhöheres Leben, sondern eine Auflockerung von beiden. Die Schilderungdes bürgerlichen Reichtums, der Harems- und anderer Diven wurde er-setzt durch die Schilderung des Schwächlichen, Kranken, Gedrückten undVerbrecherischen, die pikante Schönheit durch das pikante Elend, der er-klügelte Prunk durch die niedrige Häßlichkeit. Unter der Behauptung, dieu >nge zu malen wie man sie sehe, malte man nur die Flecken flüchtiger un-Seformter Sehreize, die zu einer stetigen Steigerung nervenerregenderkichtflimmer, wirbelnder Bewegungen und verschobener Blickpunkteführte, in denen alle Gegenstände, Menschen, Tiere und Dinge, da sie nunei nmal nicht völlig in Farbflecke aufzulösen waren, in wüster Verzerrung°der häßlicher Verschmierung auftraten. Genau wie die Naturalisten desSchrifttums sahen die Impressionisten der Natur dieWahrheit" im Nied-n gsten und Gemeinsten und ihre Technik vollendete die ihnen innewoh-nende Ehrfurchtlosigkeit gegen Mensch und Ding durch ein Übertreiben,z erzausen und Karikieren aller Erscheinungen der Erde. Während dieWerke der Franzosen gleicher Richtung, eines Monet, Renoir, Degas u. a.8 Gegenstand und Malweise immer noch Geschmack und Feinheit behiel-ten, wurde den deutschen Malern die Freiheit von alten Regeln zur Will-kür, die Selbständigkeit der Person zur Zuchtlosigkeit und der KampfSegen das Überlieferte zu einer talmudisch-metaphysischen Rechtfertigung° e s Umsturzes aller Bilder des großen geistigen Erbes der Jahrhunderte.Aber in eben diesem Deutschland waren zu gleicher Zeit auch in der Ma-le rei noch Kräfte lebendig, welche Frankreich und die anderen Nachbarnw eder in dieser Fülle noch Könnerschaft besaßen: neben Feuerbach undMarees, die schon in den achtziger Jahren starben, vor allem der um-kämpfte und kämpfende Arnold Böcklin. Er war der einzige, der weder inder verbürgerten Malerei der Gründerzeit noch in der proletarischen des

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