belanglose Dinge, wie „über die Stellung von Satzzeichen und StefanGeorge meinte, er wünsche in meinem Gedicht die Fragezeichen, wie esin spanischer Literatur üblich sei, an den Anfang der Sätze zu stellen".Er merkte offenbar nicht, daß der „schlanke gleichfalls vornehm mit Geh-rock und Zylinder bekleidete Herr, mit ausgeprägten starken Gesichts-zügen, die einem Kardinal gehören konnten", ein wenig mit ihm spielte,u m Art und Haltung zu erfahren, aber er nahm doch aus jener Begegnungden angenehmen Gedanken mit nach Hause, daß es trotz des Maschinen-zeitalters und der Wirklichkeitskunst, die in jenen Jahren die Bühnen be-herrschten, nicht unmöglich sei, Dichtungen in Versen und Gesängen zuschreiben, „daß es wirklich neue Männer in Deutschland gab, die ihr Leben*ür die Kunst einsetzen wollten und dieses mit Eigenwillen taten". Erfolgte ihnen freilich nicht lange auf diesem Wege und verfiel, bald nach-dem die Blätter seine ersten Gedichte veröffentlicht hatten, durch neuesteMalerei bestimmt, ins Absurde.
Von Berlin wandte George sich wieder nach München. Von allen Haupt-städten Europas, die er damals schon besucht hatte oder bald besuchte,s °llte diese mittelste im germanisch-romanischen Räume die Stadt seinerdunkelsten und hellsten Geschicke werden. Mit den Entstehungs- und zu-gleich Ausgabeorten der drei ersten Werke, der HYMNEN in Berlin, derPILGERFAHRTEN in Wien, des ALGABAL in Paris war der Umkreis sei-nes Wanderraumes im wesentlichen schon fest umschrieben. Berlin alsStätte der Erstgeburt blieb von da an der Druck- und Ausgabeort allerseiner weiteren Werke, aber München wurde ihm zur geistigen Heimat,w ie es der Spruch in den „Tafeln" des SIEBENTEN RINGES später ver-bündete, zum Ort der größten Erschütterungen und Erfüllungen seinesGebens.
Schon im Vorjahre hatte er dort bei einem kurzen Aufenthalte den auchdichterisch begabten Maler Karl Bauer kennengelernt, dessen Zeichnun-gen später die Linien des Georgeschen Kopfes am meisten in Deutschlandbekanntgemacht haben. Der mit George fast gleichaltrige Stuttgarter, —er war 1869 geboren —, hat uns selbst von dem frühen Eindruck KundeSegeben, den die Gestalt Georges auf ihn machte. „Ich war gleich bei derer sten Begegnung" schreibt er „von dem merkwürdigen Kopfe künstle-risch und menschlich fasziniert. Soviel ich weiß, kam George damals ausPa ris, wenigstens erzählte er vielerlei von dort, besonders von Verlaineü nd Mallarme. Die Gesamterscheinung war aber damals eine andere alsd»e bekannte des letzten Jahrzehntes, vor allem trat die Danteähnlichkeitn °ch nicht so auffallend hervor wie später. Er wirkte fast mehr wie mittel-groß, da er sehr aufrecht ging und der Hals dabei durch einen hohen vorn
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