mehr hervorbrachten, welche dem Anspruch der Blätter an dichterischeLeistungen genügten.
In Bingen hatte George schon bald nach dem Erscheinen der HYMNENund PILGERFAHRTEN in Ida Coblenz, welche später die Frau eines be-liebigen Handelsmannes dann die bekannte Frau Isi Dehmel wurde, einjunges Mädchen gefunden, das diese verschlossenen Dichtungen mit siche-rem Verständnis und leidenschaftlicher Hingabe aufgenommen hatte. Sieführte ihn in das geistig rege Haus der Frau Luise Brück und ihrer Schwe-ster ein und George hat unter diesen Frauen und Mädchen gern geweilt,wenn ihn sein Wanderweg wieder ins Elternhaus führte. Aber auch siemußten sich schon der strengen Eigenwilligkeit seines Lebensgesetzesfügen, das er allen Nahkommenden auferlegte. So heißt es in den Erinne-rungen, die Franziska Bram veröffentlichte: „Man mußte ihn in allem sei-nen eigenen Weg gehen lassen, nicht über sein Kommen und Gehen fra-gen wollen.--------Seine ganzen Lebensformen drängten eben zum Sam-meln und Hüten seiner selbst für größere Zwecke. Durchbrach man aberdoch dieses ungeschriebene Gesetz, so machte er ein ablehnendes Gesichtund sagte kurz ,ich war am Arno' oder ähnlich. Jede Neugier wäre dabeizu kurz gekommen". Auch Ida Coblenz hat später die fernhaltende ScheuGeorges schon für diese Jugendjahre bestätigt, aber sie blieb dem Ein-samen durch mehrere Jahre eine getreue Freundin und Mitgenießerinschöner Stunden in ihrem elterlichen Hause. Ihr widmete er in der zweitenFolge die drei Gedichte „zur Erinnerung an einige Abende innerer Ge-selligkeit" und erst durch ihre Verheiratung nach Berlin und ihre Hinnei-gung zu anderen Lebenskreisen wurde, wie wir schon erwähnten, dieseFreundschaft gelöst. Doch lernte George bald nach seiner Genesung inBerlin durch ihre Vermittlung noch Fritz Kögel kennen, den ersten Her-ausgeber von Nietzsches Werken, der für eine ganze an Nietzsche gebil-dete Menschenart bezeichnend war und sich bald von aller Öffentlichkeitzurückzog. In denselben Wochen kam ihm auch Dauthendey zu Gesicht,dessen Beiträge zur ersten Folge der Blätter wir schon kurz gekennzeich-net haben. Max Dauthendey, der 1867 in Würzburg geboren war und da-mals erst einige Aufsätze veröffentlicht hatte, war zufällig mit den erstenBlätterbänden bekannt geworden und ihr Eintreten „für die Welt der rei-nen Unwirklichkeit" und „die Anbetung der Menschenseele" hatte ihnnach seinen eigenen Worten angezogen. Nach einem Briefaustausche mitKarl August Klein traf er mit ihm und George zusammen. Er empfand dieBegegnung mit den beiden Herren, deren sorgfältige Kleidung und ge-züchtetes Auftreten ihn überraschte und etwas bedrückte, nicht von hin-reißender Art. Denn sie sprachen mit ihm über einige, wie ihm schien, ganz
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