Handeln gehörte, daß er sogleich, als er drei Gefährten gefunden hatte, inden „Blättern für die Kunst" ein Organ für das gemeinsame Wirken schuf,2ur besonderen Art seines Handelns, daß er diesen Blättern eine Eigenge-setzlichkeit aufprägte, welche sie sofort und bis heute von allen ähnlichenErscheinungsformen unterschied. Wenn sie ein Werkzeug des Werbensund der Verbreitung sein sollten, so warben sie doch nicht um die vielensondern um die wenigen, ja mit erklärter Ablehnung alles Massenhaften:sie suchten kein Publikum auf dem üblichen Wege der öffentlichen An-preisung sondern erschwerten eher den Zugang durch eigenwillige äußereFormen und hielten sich frei von jedem Einfluß des geschäftlichen Verle-gertums .. sie „honorierten" auch niemals die aufgenommenen Beiträgen °ch sandten sie die unerbetenen und unbrauchbaren ihren Verfassern zu-rück. Sie waren zwar öffentlich erreichbar, denn sie lagen bei den sicht-barsten Buchhändlern in Berlin Unter den Linden, in Wien in den Tuch-lauben, in Paris auf dem Quai Saint-Michel — oder statt des letzten später°ei Littauer in München — zum Verkaufe auf, aber weiter mühten sie sichdurch kein zeitgemäßes Mittel weder der Anzeigen noch der Versendungvon Besprechungsstücken um Abnehmer und Verbreiter. Dies alles ist vonder ersten bis zur letzten Folge so geblieben: die Blätter waren und wur-den kein geschäftliches Unternehmen, sie waren ein frei verfügbares Mit-tel in der Hand des Dichters die Tauglichen für sein geistiges Heer zuwerben und dies war auch der sachliche und symbolische Sinn ihrer Auf-schrift: „Diese Zeitschrift im Verlag des Herausgebers hat einen geschlos-senen von den Mitgliedern geladenen Leserkreis". Zu solchem Unterneh-men bedurfte es keines „Kapitals" und keiner „Rente", wohl aber einesreinen großen Willens zu geistiger Tat und der Uneigennützigkeit imDienste dieser Tat. Zum Handeln gehörte endlich, daß der Führer derueuen Bewegung mit jedem in persönliche Verbindung trat, der trotz derWenig anlockenden Formen den Weg zu den Blättern fand. George hat esn 'e versäumt durch eigenen Augenschein ein Urteil über die menschlicheArtung eines Mitarbeiters zu gewinnen und es gehört zum besonderenKennzeichen seiner Führerschaft, daß er sich dabei niemals täuschte. Niena t ein Menschlich-Niedriges oder Gemeines in den Blättern Aufnahmegefunden. Wohl wurde hier und da ein schwächeres Talent mit kurzenBeiträgen in die Blätter aufgenommen, wenn es eine besondere Farbe oderNeuheit im Schrifttum vertrat, ja ein- oder zweimal sogar mit Absichte üi abschreckendes Beispiel hineingesetzt, das lag nicht außerhalb derGrenzen ihres Zweckes, aber die meisten von denen, welche in den Blät-tern zuerst und mit den besten Früchten ihrer Jugend auftraten, sind ge-ächtete Schriftsteller der Nation geworden, auch wenn sie keine Werke
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