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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
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hall seines Namens in Frankreich und Belgien. Man begrüßte im Mercurede France, im Floreal, der Wallonie und anderen Zeitschriften mit freudi-gen Wünschen die neuen Verbündeten, welche endlich den guten Kampfin die trüben Bezirke der deutschen Literatur trügen und sah schon in denersten Gedichten, deren Technik ohne Tadel und deren Eingebung deut-schen Gewohnheiten überaus fremd sei, die sicherste Gewähr des Sieges.Eine damals geschriebene und später in denPortraits du prochain siecle"veröffentlichte Skizze von Saint-Paul wirft am besten das Bild zurück, dasman sich damals im Westen von George und seinem Werke machte:Einfahrender Ritter mit abgelegter Rüstung an die seine starre Haltung unsnoch gemahnt. Sein reines Antlitz mit den schmalen Lippen ist kaum be-lebt von einem Blick, dessen Mondglanz aus der Mattheit alten Elfenbeinsdringt. Diese Erscheinung des Dichters weiht uns schon in sein Denkenein. Die Verse Stefan Georges gestalten Träume eines schwermütigen Hel-dentums, die von kalter blauer Klarheit wie Lichter auf Stahl er-leuchtet sind. Seine drei Dichtungen HYMNEN PILGERFAHRTEN AL-GABAL lassen uns wie in einer orchestralen Symphonie das erregende Le-ben einer überlegen adligen Seele schauen: malerisch in den HYMNEN,bildhaft in den PILGERFAHRTEN, musikalisch im ALGABAL. Beachtens-würdig ist die Verbundenheit des Titels mit dem Gehalt der Dichtung, inder die innige und selbstverständliche Einheit von Poesie und schönenKünsten überhaupt verdeutlicht wird Mitgift der dichterischen Offenba-rung unserer Zeit. Aber vor allem ist zu behalten, daß dieser Dichter in sei-nem Lande die wahre dichterische Überlieferung wieder aufnimmt, indemer unmittelbar auf die deutschen Romantiker zurückgeht. So geht die Be-wegung, die sein Werk hervorruft, in der gleichen Richtung wie die desfranzösischen Symbolismus.

In einer kleinen Zeitschrift, die er in Berlin erscheinen läßt, die Blätterfür die Kunst, suchen sich um ihn die jungen Dichter zu scharen voll Stolzdie ersten Stöße in die Posaune zu tun, die schon ihren Sieg über den end-lich zurückgeworfenen Einbruch der Naturalisten verkündet.

Stefan George ist außerdem der Verfasser einer Übertragung sagen wirder einzigen deutschen Übertragung Baudelaires, einer bemerkenswertenArbeit, die in solcher Vollkommenheit nur ein so sicherer Dichter wie wohlunterrichteter Kenner der Sprache zu leisten vermochte."

In ähnlicher Weise sprachen sich brieflich nach dem Erscheinen der wei-teren Übertragungen fremder Dichter in der ersten Folge der Blätter auchMaeterlinck, Gabriele d'Annunzio und in seiner etwas dunklen Form derAnerkennung Stephane Mallarme aus.

Im germanischen Norden machte 1894 zuerst der Däne Georg Brandes

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