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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
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nach ihrer Darlegung ein völliges Verkennen ihrer literarischen Gattung,die ihren Ursprung in denFlaireurs", der Originallegende für Marionet-tentheater von Charles von Lerberghe hatte und deren Technik, wie einUbersetzungsbeispiel in den Blättern (I, 4) zeigte, mehr ein letztes Nieder-reißen als ein neues Aufbauen der dramatischen Kunst bezeichnete. EineRettung für diese sahen die deutschen Dichter nur in der Abkehr von derganzen Äußerlichkeit der modernen Bühne,ihrer Überschätzung desSchauspielers, ihren abgeschmackten Dekorationen ihrer Parterrenachbar-schaft und ihrem Geschäftsbetrieb, eine Erneuerung für sie nur in der Rück-kehr der rein-dichterischen Schätzung des Schauspiels, die von selbst eineÄnderung des Äußeren nach sich ziehen würde. Sie wünschten ein Weg-rücken der Bühne in weiter verhüllender Entfernung nach Art des griechi-schen Rundtheaters, ein Zurücktreten des Schauspielers hinter die Maskeda sein einziger Beruf ist, in gemessenen Bewegungen die kristallreinenVerse des Dichters herzusagen, wie sie nach dem Traume des Dichtersunter dem hellenischen Himmel geklungen haben mögen". Auch auf dieEinführung des Chores neben der Wechselrede wurde schon hingedeutet,kurz eine Kunst und künstlerische Darstellung gefordert, die nach einemWorte Kleinsnur vornehmen Geistern einen Genuß bereiten kann. Weranders aber als ein vornehmer Geist hat sich jemals um ernsthafte Kunstgekümmert und gibt es nicht genug Geschriebenes für die Menge?" Mitdiesen Worten war auch der letzte Grenzkreis, die Voraussetzung einer be-sonderen menschlichen Artung für die neue Dichtung, in der ersten Folgeder Blätter schon umschrieben. Sie schloß beim Urlaub von den Lesern vordem sommerlichen Verlassen der Stadt mit diesen Worten der Dichter:Wir werden auch fernerhin Regeln und Schulnamen sein lassen, uns ver-schließen gegen das Flache und Alte sowohl als gegen das Derbe und Niedredes zeitgenössischen Schreibewesens, aber aller Jugend offenstehen, dienach dem Schönen und Neuen sucht." Und diese Leitsätze des Anfangsgelten auch heute noch.

6. KAPITEL: DIE WIRKUNG IM AUSLAND

FRANKREICH hatte sich nach der Meinung seiner besten Köpfe nachder kriegerischen Niederlage von 1870 auf seine geistige Wiederge-burt besonnen, es war der großen Überlieferung des frühen 19. Jahrhun-derts, der Erneuerung der europäischen Bildung treu geblieben und hattedie Hoffnung auf seine Wiederherstellung in der Belebung der Künsteund Wissenschaften, in der Aufrechterhaltung seiner Sendung gesehen,vor allen Völkern Träger der menschlichen Zivilisation zu sein. Die Schu-

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