schichte in Amerika wurde, Carl Rouge der Jugendfreund, zeichnen sichnur durch wohlgepflegte Verse aus, die eine erste Verbindung des neuenSprachelementes mit dem Goethischen darstellen. Die Vierzeiler von FritzKögel, dem späteren Verwalter und Herausgeber der Werke Nietzsches,s md eine Mischung von Goethischer und Nietzschischer Spruchweisheit,die gegen die übrigen Leistungen etwas Altmodisches an sich trug. Georgeselbst trat nur sparsam mit drei Bildern aus dem Schaustück MANUELund einigen neuen Gedichten aus dem „Buch der Sagen und Sänge",aber um so reicher mit Prosastücken aus den TAGEN und TATEN undÜbertragungen fremder Dichter hervor. Von der Prosa Georges habendie Deutschen auch heute nach einem Menschenalter außerhalb des Krei-ses der Blätter noch kaum Notiz genommen, und fast scheint es als ob sieihnen noch unzugänglicher wäre als seine Gedichte. Sie bot freilich wederdem rein begrifflichen Denken einen Zugang noch dem weichlichen Ge-fühlshunger eine Nahrung, hatte weder Handlung noch Bekenntnis, wederGemütsschwang noch Naturschwärmerei. In einer Zeit wo nach einer Hof-niannsthalischen Wendung das schakalhafte Ausstoßen von Wortbrockenüblich wurde, klang sie verschlossen und hart mit ihrem ebenmäßig durch-gehaltenen Schrittmaß, mit ihren kalt und klar abgewogenen SatzteilenUnd ihrem schmucklos strengen Gefüge.
Die Übertragungen Georges, welche in der ersten Folge veröffentlichtwurden, waren Gedichte aus den Werken von Stephane Mallarme, PaulVerlaine, Francis Viele-Griffin, Albert Saint-Paul, Stuart Merrill, AlgernonCharles Swinburne, Gabriele d'Annunzio, Jens Peter Jacobsen. Sie mach-ten in Deutschland vielfach zum ersten Male die Namen und Werke dieserfranzösischen, belgischen, englischen, italienischen und dänischen Dichterbekannt, an die sich über die Grenzen der Länder hinaus eine neue dichte-rische Bewegung in Europa knüpfte. Die meisten von ihnen hatte Georgeschon persönlich kennengelernt und der lebendige Verkehr von Dichter zudichter gab seiner großen Sprachbeherrschung noch besondere Mittel zurHand, die fremden Kunstwerke fast ungebrochen in unsere Sprache zuübertragen.
Der Klärung und Abgrenzung der eigenen Bestrebungen gegen die desAuslandes und der Abwehr gegen feindliche Erscheinungen in der Heimatdiente eine letzte mehr verstandesmäßige Äußerung der Blätter: Die Vor-reden und Aufsätze, welche George vielfach mit den Freunden gemeinsamberiet. In der ersten Folge bestritt Karl August Klein in seinem Aufsatz»Über Stefan George, eine neue Kunst" und in den „Unterhaltungen imgrünen Salon" den Kampf in diesem Außenbereich, den er auch durch Ver-öffentlichungen in ausländischen Zeitschriften stützte. Zunächst wies er
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