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Stefan George und die Blaetter fuer die Kunst : dt. Geistesgeschichte seit 1890
Entstehung
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Schicksal schenkte ihm im ersten, in Karl August, den treuesten und ge-eigneten Gehilfen seiner Pläne. Er entging so am Beginn dem Los der Ein-samkeit unter den geistigen Deutschen, das die Besten in Entsagung oderWahnsinn getrieben hatte, und fand Ohr und Mund des Menschen, ihnzu hören und zu verkünden. Wie ohne diesen ersten, ohne die wenigen,welche ihm folgten, Georges Geschick in Deutschland gewesen wäre, wer-den wir erzählen, wenn wir vom öffentlichen Echo seiner Werke sprechen.Karl August Klein, im Jahre 1867 m Darmstadt geboren, hatte Georgein den Wandelgängen der Universität Berlin kennengelernt und sich demGleichaltrigen mit leidenschaftlicher Hingabe angeschlossen. Dieser selt-same Mensch war von der Natur mit einem starken männlichen Trieb undeiner zarten fast überfeinen Seele bedacht worden, ein ungezähmtes Blutleuchtete in all seinen Regungen durch, das ihn nie zu einem ruhigenGleichmaß seiner Kräfte kommen ließ. Ein Dämon im Guten wie im Bösenwar er stets zum Äußersten geneigt, und der am Tage mit der betontenAbsicht, die ruhigen Bürger zu entrüsten, in snobistischer Kleidung gepu-dert und geschminkt durch die Straßen der Hauptstadt ging, ritt auch injäher Wallung auf ungesatteltem Pferde nackt in die nächtliche Landschafthinaus. Er war unbekümmert um seine äußere Lage und leicht zu betrügenin allen Dingen des eigenen Vorteils, aber sachlich und von diplomatischerKlugheit in allen Angelegenheiten von geistigem Belang. Bei einem hohenFeingefühl und sorgfältiger Begründung seiner Urteile verraten doch seineBriefe eine geheime Selbstqual, einen Mangel an Vertrauen in sein eigenesKönnen und Urteilen. Dieses schwankend ungestüme und heftige Gemütspürte in George zuerst die feste Hand, deren Führung er sich mit rückhalt-loser Ergebenheit vertrauen konnte. Als dann sein ahnender mehr als wis-sender Geist in den Gedichten des Freundes ein neues höheres Leben spürte,wandelte sich trotz ihrer beider Jugend diese Ergebenheit in Ehrfurcht um:eine kurze Strophe aus dieser Zeit, die er nach der Lesung eines George-schen Gedichtes niederschrieb, drückt tiefe Erschütterung und unbeding-ten Glauben an denköniglichen Dichter" aus. Ihm geschah zum erstenMale, was von nun an allen geschah, die mit dem Dichter in Berührungkamen: sein Bestes und Edelstes wurde durch die Berührung ausgelöstund blieb als sein Bild, vom Dichter selbst durch Dank- und Preislied be-stätigt und geformt, im Lichtkreis des neuen Lebens stehen. Welches auchdie dunklen Laufte seines Daseins sein mochten, er bleibtdes erstenstürmejahrs gesell", er bleibt der Folger, der ohne nach eigenem Teil undHeil zu fragen, das ihm Gewiesene ganz und willig tat, der als er wenigertauglich schien und allzu schwere Last auf seine Schultern nahm, wortlosbeiseite trat und noch die Selbstverbannung als gerechtes Urteil ehrte, er

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