89heiten; er sagt ausdrücklich: „Die Unwissen-heit in der Erkenntniß des wahren Gottesist die gefährlichste Pest aller Staaten: werdemnach die Religion störet, der zerstöretden Grund der menschlichen Gesellschaft. Lib.10. de Leg.Ja, ein Staat ohne die Religion, iſtnichts anders, als eine Verwirrung allerDinge, und ein Schauplatz, wo schier nichtsanders, als Unordnung, Gräuel= und schreck-bare Trauerbilder erblicket werden; wo dieMacht ohne Milde, die Vernunft ohne Richt-schnur, der Mensch ohne zureichende Gesetze,die Tugend ohne Belohnung, und das Lasterohne Strafe ist. Welch ein abschreckendesGemählde für die menschliche Gesellschaft!Wenn man Gott und die Religion auf Seitesetzt, so müßen die Stützen des Staates inder Folge nothwendiger Weise zusammenfal-len; denn es giebt keine regelmäßige unddauerhafte Gesellschaft ohne wechselseitigePflichten der Glieder, die sie ausmachen; kei-ne Pflichten ohne Gesetze, das sie auflegt;kein zeitlicher Gesetzgeber ohne Gott, vonwelchem alle Macht ursprünglich herstammt.Der römische Redner beherrlichet diese Grund-sätze mit diesem seinem Ausspruche: „Wieheilig muß nicht die bürgerliche Gesellschaftseyn.
Druckschrift
2 (1804) Widerlegung des von dem Professor Joseph Schram ohnlängst herausgegebenen Buches
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89
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