Druckschrift 
1/2 (1928) I. Der Novus Aesopus des Baldo. II. Eine lateinische Übersetzung der griechischen Version des Kalila-Buchs
Entstehung
Seite
13
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

I. Der Novus Aesopus des Baldo. 13

syr. 84; ar. (Kn.) 271; ar. (W.) 115; asp. 130; gr. 242; hebr.148; JvC. 219.

Der Lebensretter des Kindes, das von der Schlange bedrohtwird, ist ursprünglich ein Ichneumon, syr., ar., gr. (vvjupr]) einWiesel als Haustierchen, hingegen hebr., JvC, auch asp. ein Hund.Aber Benfey I 480, wie selbst G. Paris a. a. 0. S. 216 irren, wennsie glauben, bei Baldo, der im übrigen mit mus ein Wiesel gemeinthaben kann, einen mus Ponti = mus ponticus „Hermelin" herauslesen zu können. Unser kritischer Text zeigt, daß v. 527 stattponti ein conti (verber) zu lesen ist. Auffallend ist Baidos Hinweisauf den schwarzen chelidrus = anguis: diese Farbe begegnet unsauch syr., ar. (W.) und asp.: un culebro muy grande, negro. Baldofügt hinzu, daß der Vater die Stücke des rettenden Tieres (mus),nachdem er es in seiner Unbedachtsamkeit getötet hat, vor dieTür wirft, erspart sich aber die Vorwürfe der Mutter ob des un-gerechten Jähzorns. Doch fehlt dieser Schluß auch dem Grie-chischen.

XVIII. Maus und Katze. Chauvin nr. 61.

syr. 85; ar. (Kn.) 275; ar. (W.)IIIO; asp. 132; gr. 270; hebr.153; JvC. 222.

Diese Fabel ist frei wiedergegeben. Zu Anfang besteht einBündnis zwischen beiden von Natur aus feindlichen Tieren undzum Schluß erhalten wir die Abänderung (vgl. Benfey I 544), daßdie kaum befreite Katze die Maus mit der höhnischen Bemerkungfrißt, sie solle sich über ihre Zähne beklagen. In den anderenFassungen trennen sich beide, nachdem die Gefahr vorübergegangen,im Frieden.

Als Feinde der Maus, die sie teils von hinten, teils auf einemBaume bedrohen, treten auf: 1) hinter der Maus: syr., ar., Baldo(mustela) ein Wiesel, auch gr. (vv^icprj), asp. ein Siebenschläfer (liron),dafür hebr., JvC, dazu Doni: ein Hund; 2) auf dem Baume: durchwegEule oder Uhu, daher auch bei Baldo: bubo, während Doni mitseinem nibbio Gabelweihe, Milan weiter abseits steht. Nur hebr.u. JvC begnügen sich mit der allgemeinen Angabe: ein Vogel.

XIX. Die dankbaren Tiere und der undankbareMensch. Chauvin nr. 71.

ar. (Kn.) 348; ar. (W.) II 99; asp. 171; gr. 298; hebr. 265;JvC. 296.

In meiner Studie zur Wanderung dieser Tiernovelle, Mitteilungender Schlesischen Gesellschaft für Volkskunde XVII (1915), habe ichgezeigt, daß die Dreizahl der geretteten Tiere das Ursprung-