10 Beiträge zur lateinischen ErzähluDgsliteratur des Mittelalters.
syr. 75; ar. (Kn.) 258; ar. (W.) 1235; asp. 121; gr. 228; hebr.128; JvC. 204.
Die von dem Zusammenleben mit dem Affen heimgekehrteSchildkröte gibt das Heilmittel für das angeblich totkranke Weib-chen dessen Freundin (nur gr. jenes selbst) an. Bei Baldo hingegenist das Rückkehrmotiv fallen gelassen, die Sendung der collegader weiblichen Schildkröte (ungeschickt ist dann der Zug des Fort-tragens des Affen durch zwei Schildkröten) enthält das Motivvon dem Heilmittel für die Gattin in der Ferne. Baldo läßt fernerdie Schildkröte die Einladung an den Affen zur Reise dadurch be-gründen, daß der Feigenbaum, dessen Früchte beide so lange ge-labt haben, vertrocknet sei.
Wenn der sich noch rechtzeitig während der Reise auf eine Listaus Todesnot besinnende Affe vorgibt, er habe sein Herz auf demFeigenbaum zurückgelassen (JvC. 210,14): est nostre consuetudinisut quando a domo recedimus ad occupandum aliquem sociorum nostro-rum, ipsum cor in domo relinquimus), so paßt dies genauer zu ar.(Kn.): in the tree, gr. sv rfj ßvxfi, auch zu Doni (S. 60): l'ho lasciatoen quel fico dolce. JvC. scheidet somit wieder als Quelle für Baldo aus.
XIII. Fuchs (statt Schakal), Löwe und Esel (Eselohne Herz und Ohren). Chauvin nr. 58.
syr. 78; ar. (Kn.) 264; ar. (W.) I 242; asp. 126; gr. 236; hebr.138; JvC. 211.
Seit gr., hebr., JvC. ist der Schakal durch den Fuchs ersetzt.
Benfey 1 430 hat Baidos Abänderung notiert, daß zu Herzund Ohren des unbedachtsamen Esels noch die Augen zugesetztwerden, die ihm den Dienst versagten. Die kurze Erzählung istdadurch verunstaltet, daß der Fuchs dem hungrigen Löwen vonvornherein verspricht, ihm den Esel ohne Herz und Augen herbei-zuschaffen, und vor allem, daß auf die Pointe verzichtet wird, dader zweite Besuch des Esels, auch dessen Lockung im Hinblickauf eine fette, schöne Eselin unerwähnt bleibt. Wie soll sonstselbst ein Esel sich verführen lassen, zum Löwen zu eilen, nur umihn zu küssen? Baidos Darstellungskunst ist nicht eben beträchtlich.
XIV. Fuchs (statt Hase) und Löwe. Chauvin nr. 25.syr. 22; ar. (Kn.) 117; ar. (W.) 146; asp. 33; gr.89; hebr. 74;
JvC. 61.
Bei JvC. gilt als Schauplatz: quidam locus bonus multarum fe-rarum et aquarum, bei Baldo: mons über ad pastus, vgl. syr.: Waldmit Weide und Trank, ar. (W.): wasserreiche und fruchtbare Ge-gend mit guter Weide, aber ar. (Kn.): a great forest plentifully sup-