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Die Bauwerke der arabischen Kunst in Ägypten
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ARABISCHE BAUKUNST.

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werden über dem Katafalk Baldachine in Kuppelform, von vierSäulen oder Pilastern getragen, errichtet, oder es wird die ge-schlossene Form der Schekhgräber gewählt. An den Festtagen werdendie Katafalke und die hohlen Räume des Stylobates mit Palmzweigen,Blumen und Basilikum belegt. Alsdann bleiben namentlich dieFrauen oft Tage lang an den Gräbern ihrer Lieben mit Beten undder Labung der Armen beschäftigt. Zu ihrer Beherbergung 6indneben den Mausoleen vollständige Wohnungen erbaut, oft mit Sebilund Medrese, Wohnung für den Verwalter, Ställen und Remisen.Eine solche Grabanlage wird Hösch genannt; eine der schönstenund bedeutendsten ist die der Grabmoschee des Sultan Barkük.Viele Anlagen dieser Art beisammen, wie z. B. die Khalifen- undMamluken-Gräber und Imam Schäfe'i, geben daher einigermaßenden Eindruck einer wenig belebten Stadt.

Nur erwähnt seien hier noch die Derwischklöster, das Sebtt alsisolierterBau und der Hod (die Tränke für Tiere), Asyle und Kranken-häuser als Gebäude, die frommen Stiftungen ihr Dasein verdanken.

Von den Profanbauten erinnern die Festungsbauten aufder Citadelle aus der Zeit Saladins an die europäischen Burgendes Mittelalters. Die von den vielen Thoren der alten UmwallungKairos noch erhaltenen Monumentalbauten sind wohl römischenMustern nachgebildet und zeichnen sich durch ihre kunstgerechteBauart und besonders den äußerst korrekten Steinschnitt aus.

Von alten Palästen sind nur Ruinen vorhanden, die im Unter-geschoß, mit mächtigen Quadern, spitzbogige Tonnengewölbe ausHaustein, im Obergeschoß solche aus gemischtem Mauerwerk zeigen.In einem derselben bemerkt man noch Erkeranlagen und weitaus-ladende, leicht geneigte, von Holzkonsolen getragene Gesimse, so-wie vereinzelte reich bemalte und vergoldete Kassettendecken. Ausden geringen noch vorhandenen Resten darf man mit Zuhilfenahmeder freilich meist phantastisch übertriebenen Schilderungen ara-bischer Schriftsteller schließen, daß die Paläste ähnlich dennochin größerer Zahl erhaltenen alten'Wohnhäusern reicher Bürger aus-gestattet waren und sich nur an Ausdehnung und Pracht von ihnenunterschieden.

Das bürgerliche Wohnhaus enthält gewöhnlich zu ebener Erdedie für Männer bestimmten Räume, das Salamlik, in den oberenGeschossen die Familienräume, den Harim. Die bei der Errichtungvon Wohnhäusern maßgebenden Gesichtspunkte sind: 1. Gruppie-rung der Wohnräume um Höfe und Gärten; 2. Brechung des häufigüberwölbten Eingangskorridors, der Dirke (PI. 3), um den Einblickvon der Straße her unmöglich zu machen; 3. Beschränkung undmöglichst hohe Lage der Fenster des Erdgeschosses gegen die Straßehin; 4. Vergitterung der Fenster der oberen Stockwerke; 5. Verwei-sung der Thür zum Harim (PL 4) in einen besonderen Hof, oder wennein solcher nicht vorhanden, in einen abgelegenen Teil des Hofes des