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Die Bauwerke der arabischen Kunst in Ägypten
Entstehung
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Die Bauwerke der arabischen Kunst in Ägypten,

von

Franz Pascha.

Die arabische Architektur im Nilthale bildet nicht, wie man viel-leicht erwarten möchte, die unmittelbare Fortsetzung der altägyp-tischen. Jahrhunderte das altchristliche Zeitalter trennen sievon dieser, und in noch höherem Maße wird sie durch die künst-lerische Form, den Stil, von ihr geschieden. Der Anteil der moham-medanischen Ägypter an dem Zustandekommen dieser Form warwohl nur gering. Arabische Schriftsteller sprechen zwar von hervor-ragenden Kunsttischlern, lassen aber das Vaterland des Erbauers desältesten und bedeutendsten Monumentes Kairos, der Moschee IbnTulüns, unbestimmt; Makrizi sagt nur, daß es ein Christ gewesensei. Im allgemeinen fußt die arabische Baukunst auf byzantinischenund koptischen Vorbildern, welche die Bekenner der neuen Religionauf ihren großen Eroberungszügen vorfanden, und auf den unterden Sassaniden aufblühenden persischen Kunstformen, deren Einflußfür die folgenden Jahrhunderte maßgebend wurde.

Selbstverständlich können die arabischen Bauten, die zwar alleunter dem Einflüsse der arabischen Kultur, aber nicht unbeeinflußtvon den in drei Weltteilen Vorgefundenen Kunstformen entstandensind, nicht durchweg den gleichen Typus aufweisen. So verschiedenindes die Bauwerke in Baghdäd und Kairo von jenen in Tunis undin Spanien erscheinen mögen, so zeigen sie doch alle gemeinschaft-liche Grundzüge, die sie als eigenartige, dem gleichen Baustil ange-hörige Kunstwerke charakterisieren. Unter ihnen bekunden die inÄgypten entstandenen und heute noch vorhandenen eine großeMannigfaltigkeit und eine relative Vollendung. Man darf zwar nichtdenken, daß die Araber gleich in den Anfängen des Khalifenreiches,in den Zeiten des Krieges und politischer Umwälzungen, an dieErrichtung von Baudenkmälern gedacht hätten. Für Jahrhundertegenügte es ihnen, die in den eroberten Ländern VorgefundenenKultstätten in Moscheen umzuwandeln, was sich bei ihren beschei-denen Kultbedürfnissen leicht bewerkstelligen ließ. Ihre Versamm-lungsräume zum Gebet waren ja keine Gotteshäuser wie unsereKirchen. Es bedurfte daher einer geraumen Zeit, bis Moscheen voneiniger künstlerischen Bedeutung errichtet wurden. Daß Beduinenund Zeitformen dabei irgend einen Einfluß geübt hätten, ist eineheute längst aufgegebene Anschauung, während an der Mitwirkungder seßhaften Bewohner Arabiens, die zum Teil schon vor der Zeit

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