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ARABISCHE BAUKUNST,
die alte Eindeckung mittels natürlicher, nur am Auflager mit Sykomo-renbrettern verschalter Palmstämme erinnert. Die Felder zwischendiesen Tragbalken sind in mehr oder weniger reichem Paneelwerkoder in Kassetten hergestellt. Als Übergang von der Wandfläche zurDecke dient eine mächtige Hohlkehle mit arabischen Inschriften, diemeist durch Medaillons und Stalaktiten-Motive unterbrochen werden.Später, als persische Kunstformen sich in Ägypten eingebürgerthatten, entstanden kleine Kuppeln, wenn auch in beschränktemMaße, so die kleine Holzkuppel vor der Kibla, die ursprünglich inHolz einem Deckenausschnitt entwuchs und erst später massiv aufeigenen Säulen hergestelltwurde. Auf die feinwirkenden Skulpturender Decken und die polychrome Ausschmückung ihrer Flächen mußbesonders aufmerksam gemacht werden. Sie gehören zu dem Schön-sten, was die arabische Kunst hervorgebracht hat. ganz im Gegen-sätze zu den Wandflächen, die in Ägypten ohne architektonischeGliederung, oft ganz nackt in ordinärem weißen Gipsstuek herge-stellt und nur am Sockel und um die Kibla-Nische mit musivischenMarmorarbeiten geschmückt sind. Dafür ist der Fußboden überall,wo er für gewöhnlich nicht mit Matten oder Teppichen belegt wird,reich in bunter Marmormosaik ausgestattet.
So finden wir in der Dekorationsweise des Inneren dieselbenKontraste, denen wir in der Behandlung des Äußeren begegnen,wo der Architekt einzelne Teile unverhältnismäßig hervorhob, an-dere vernachlässigte oder ohne jeden Schmuck ließ, so daß der Be-schauer sich des Eindrucks vor einem unfertigen Gebilde zu stehennicht erwehren kann. *
Grabdenkmäler. — Die Gebäude, die der Verehrung der Totenund frommen Stiftungen ihre Entstehung verdanken, entsprechenin ihren Formen durchweg den Moscheen. Doch ist der Gebetssaalder Grab-Moschee stets viel kleiner als der der Gämi'a, in welcherzwar auch das Mausoleum des Erbauers nur selten fehlt, aber einenverhältnismäßig geringen Raum einnimmt, während in der Grab-Moschee ein oder mehrere größere Mausoleen den Schwerpunkt derganzen Anlage bilden. Das Schekh-Grab , der Ruheplatz eines Hei-ligen, findet sich in allen Teilen des Landes, gewöhnlich in ein-fachster Ausstattung. Seine Formen sind im Grunde die des Mauso-leums der Gämi'a, nur daß es isoliert auftritt.
Die Grabmäler der Muslimen (vergl. auch S. I.xxxiv I werdenmeist an trockenen etwas höher gelegenen Plätzen (gern in derWüste) angelegt. Die unterirdischen Grabkammern selbst sind ohnejeglichen Schmuck. Über ihnen steht der Katafalk von Stein aufmehr oder weniger verziertem Stylobat. Ersterer trägt zwei oder mehraufrechtstehende Säulen (Schähid) von Marmor oder anderemStein;auf einem von ihnen sind über dem Kopfe des Toten Koränsprüche,Name und Alter des Verstorbenen zu lesen. Das obere Ende desSchähid zeigt die Kopfbekleidung (Turban) des Verstorbenen, nachwelcher dessen Stand zu bestimmen ist. Für angesehene Personen
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