Druckschrift 
Kurze Darstellung des Hauptinhalts der Logik, mit vielen praktischen Beispielen für Gymnasialschüler
Entstehung
Seite
26
Einzelbild herunterladen
 

26

1) Die kategorischen Urtheile können sowohlallgemein, als partikular und singulär, sowohl posi-tiv, als negativ, sowohl analytisch, als synthetischseyn. Wenn der Grund des Verhältnisses zwischendem Subjekte und Prädikate ein innerer (nothwen-diger, durch die Subjekts- und Prädikatsvorstellung

unmittelbar oder mittelbar nothwendig gesetzterGrund ist (z. B. das Quadrat ist rechtwinklig); sonennt man den Satz einen analytischen. Ist aberder Grund ein äußerer (anßer diesen Vorstellungenliegender) Grund; so ist der Satz synthetisch (z.B. die Luft ist warm, der Garten ist viereckig).

2) Das hypothetische Urtheil ist 1) entwedereinfach (z. B. wenn der Obere gerecht ist, so be-straft er die Verbrechen der Untergebenen unpartheiisch

durch die Gerechtigkeit des Obern werden die Ver-brechen ..... bestraft), oder zusammengesetzt(z. B. wenn der Jüngling Talente hat und recht flei-ßig ist; so kann er in den Wissenschaften große Fort-schritte machen); 2) entweder allgemein (z. B. wennder Mensch wahrhaft religiös ist, so ist er auch (im-mer in jedem Falle) keusch); oder partikulär(z. B. wenn Abendroth gewesen ist, so ist oft amfolgenden Tage gutes Wetter); oder singulär (z.B.wenn L ist, so ist in den einzelnen Umständen,die jetzt da sind, L"); 3) entweder positiv oder ne-gativ (z. B. wenn du säest, so folgt noch nicht, daßdu ernten wirst), oder negativ-affirmativ (con-trär) (z. B. wenn du säest, so wirst du nicht ernten

so tritt sogar ein positives Hinderniß des Erntens ein).