Druckschrift 
Abdias
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

herum lägen, als würde hier zu einem Häuserbaue geschritten. Und wie wieder einmal einAnderer zu der Kirche ging, stand schon Mauerwerk und es arbeiteten Leute daran. Ein fer-nerer brachte Nachricht von dem weiteren Fortschreiten des Baues, manche gingen nur dieserneuen Sache wegen in die Kirche, da sie sonst vielleicht zu einer andern Zeit gegangen seinwürden — man redete davon, bis endlich ein blankes weißes Haus von mäßiger Größe aus demGrün des Bodens schimmerte, und daneben der Anfang eines Gartens gelegt wurde. Auf dieFragen, wie und was das sei, kam immer die Antwort: ein fremder, absonderlich und seltsamaussehender Mann lasse das alles bauen uud habe den Grund daneben gekauft.

Als das weiße Haus einmal länger stand, als der Garten fertig war und die hohenfesten Planken um denselben herum liefen, gewöhnten sich die seltenen Vorübergehenden daran,als an ein Ding, das einmal so sei, insbesondere da der Besitzer nie zu ihnen hinauskam, undmit ihnen redete, sie also auch nichts von ihm zu reden hatten — und sie sahen die Dinge soan, wie die Steine, die hie und da aus dem Grase hervorstandcn, oder wie die Gegenstände,die zufällig an dem Wege lagen.

Abdias ging nun daran, da das Mauerwerk fertig und nach dem Rache seines Bauherrnvollständig ausgetrocknet war, das Innere des Hauses einzurichten. Er ließ doppelte Riegelhinter alle Thüren machen, er ließ starke Eisengitter vor die Fenster stellen, und er ließ stattder früheren Planken sogar noch eine hohe feste Mauer um den Garten führen. Dann kamenGerüche, wie sie in Europa gebräuchlich waren, und darunter mischte er Einrichtungen, wie ersie in Afrika gehabt hatte; er legte nämlich überall Teppiche nicht blos auf den Boden, sondernauch auf solche Gerüche, die für keine verfertigt waren, er machte aus Teppichen und weichenFellen, die er kaufte, Betten zum Ruhen, und daß man darauf in der Kühle der Zimmer sitzenkönne. Um diese Kühle zu erzeugen, ließ er, wie er es ebenfalls in Afrika gelernt hatte, Ge-mächer mit sehr dicken Mauern verfertigen, in den Gemächern hatte er nur in großen Zwischen-räumen ein paar kleine Fenster, die doppelt gegliederte Fensterbalken der Art hatten, daß ihreDächelchen über einander gelegt, oder zur Hereinlassung von mehreren: Lichte wagrecht gestelltwerden konnten. Er hatte diese Balken in Europa kennen gelernt, und wendete sie statt derMirthen an, welche in der Wüstenstadt sein oben gelegnes Fenster umrankt und überwucherthatten, daß die brennenden Strahlen der dortigen Sonne nicht eindringen konnten. Die kleinenFenster ver Gemächer aber gingen nicht unmittelbar in die freie Luft, sondern in einen andernRaum, der ebenfalls eine Art Gemach oder Vorhaus bildete, und durch dicke Thüren und eben-falls durch gegliederte Fensterbalkeu zu schließen war, damit die Strahlen der Sonne und derDurchzug der äußern heißen Lust abgehalten würden. Lauter Anstalten, die er in Europa nichtnöthig hatte. Was ihn schier am meisten freute, war ein Brunnen, den ihm ein Meister aneinem stets schattigen Theile seines eigenen Hofes gemacht hatte, wo man nur an einem Metall-knopfe hin und her zu ziehen brauchte, daß krhstallhelles eiskaltes Wasser in das steinerne Becken

51

-st)