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Abdias
Entstehung
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Ihrigen über die Terrasse herabgeleitct, gesegnet worden war, und wie er sie dann von allenAngehörigen weggenommen, und auf sein Kameel gehoben hatte. Jetzt wird sie bei ihremverstorbenen Vater sein, und ihm erzählen, wie es bei Abdias gewesen ist.

Er blieb immerfort auf den Steinen sitzen, auf die er sich niedergelassen hatte. Es warin dem stillen Gemache Niemand bei ihm als Uram, der ihm zuschaute.

Da endlich dieser Tag zur Neige ging und es in der Höhle allgemach so dunkel gewor-den war, daß man kaum mehr etwas sehen konnte, stand er auf und sagte: Uram, lieberKnabe, lege diese Waffe weg, es ist hier Niemand zu bewachen, sondern zünde die Hornlaternean, gehe zu den Nachbarinnen und Klageweibern, sage ihnen, daß Deine Herrin gestorben ist,und daß sie kommen sollen, um sie zu waschen, und mit andern Kleidern anzukleiren. Sageihnen, daß ich nych zwei Goldstücke habe, die ich ihnen geben werde.

Der Knabe legte die Pistole auf die lockere Erde, stand auf, suchte die Zündsachen aufdem ihm wohlbekannten Platze, zündete die Laterne an, die Abdias, als er aus dem Kellergekommen war, hingestellt hatte, und ging hinaus. Der Lichtstreifen der mitgenommenen Laternezog sich durch den Gang davon, und es war hierinnen jetzt finsterer, als es früher gewesen ist,weil das Licht den Gegensatz erzeugt hatte. Abdias zündete sich nichts an, sondern suchte nachder Wange des Weibes, kniete nieder, und küßte sie zum Abschiede. Aber sie war jetzt schonkalt. Dann ging er zum Zündplatze, wo ein Stück einer Wachskerze lag, fachte dieselbe an,und leuchtete gegen das Weib. Das Angesicht war das nämliche, mit dem sie ihn angesehenhatte, als er ihr Labung gereicht, und mit dem sie dann eingeschlafen war. Er meinte, wenner nur genauer hinschaute, so müßte er sehen, wie es sich regte, und die Brust sich im Ath-men hebe. Aber es athmete nichts, und das Starren der todten Glieder dauerte fort. Auchdas Kind regte sich nicht. Als sei es gleichfalls gestorben. Er ging zu demselben hin, umdarnach zu sehen. Aber es lag in tiefem Schlafe und sehr viele kleine Tröpslein standen aufder Stirne desselben. Er hatte es nämlich aus Uebervorsicht zu stark mit Tüchern bedeckt.Daher nahm er etwas davon weg, um die Hülle leichter zu machen. Während er dieses that,fiel sein langer Schatten von seinem Rücken weg über die Leiche des todten Weibes. Vielleichtschaute er auf das kleine Angesichtchen, ob er in demselben nicht Spuren von Zügen der Ver-storbenen entdecken könnte. Aber er entdeckte sie nicht, denn das Kind war noch zu klein.

Der Sklave Uram kehrte sehr lange nicht zurück, gleichsam als fürchtete er sich undwolle nicht mehr kommen, aber da schon das Stück Wachskerze fast zu Ende gebrannt war, undAbdias bereits ein anderes angezündet hatte, näherte sich der Thür ein verworrenes Murmelnund Rufen, und Uram trat an der Spitze eines Menschenhaufens in das Zimmer. Er bestandgrößtenteils aus Weibern. Einige davon waren gekommen, um zu klagen und zu jammern,wie es ihr Geschäft war, andere, sich an dem Unglücke zu erregen; und wieder andere, um esanzuschauen. Unter den Angekommenen war auch Mirtha, die Leibdienerin Deborah's, die sieimmer am meisten geliebt hatte, und der sie vollends alle ihre Neigung zuwendete, da sie

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