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Abdias
Entstehung
Seite
14
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wußten nicht, was zu thun sei, viele stiegen ab und warfen sich auf die Knie, um zu beten.Da erhob sich der hagere Jude, der gleichfalls in der Mitte bei den großen Waarenballengeritten war, auf seinem Thiere, und schrie Schlachtbefehle, die ihm einkamen. Er ritt gegendas Gefecht hinvor, und zog seine krumme Klinge: da waren die weißen Gestalten mit deneingemummten Köpfen, und mehrere der Karawane mit ihnen im Kampfe. Einer wandte sichsogleich gegen ihn, mit der Klinge über den Hals des Kameeles nach seinem Kopfe holend,aber Abdias wußte in dem Augenblicke, was zu thun sei: er duckte sich seitwärts an den Halsdes Kameeles, stieß sein Thier dicht an den Feind, und stach ihn, daß ein Blutbach über dasweiße Gewand strömte, von dem Sattel. Auf die nächsten feuerte er seine Pistolen. Dannrief er Befehle, die seine Nachbarn einsahen und befolgten und wie die Andern sahen, wiees gehe, wuchs ihnen der Muth, immer mehrere kamen herbei, und wie nur erst der Zweiteund der Dritte von den Feinden fiel, da flog eine wilde Lust heran, der Teufel des Mordensjauchzte, und die ganze Karawane drängte vor. Abdias selber wurde empor gerissen, er hattesein schwarzes Angesicht hoch gehoben, seine Narben waren Feuerflammen, die Augen in demdunkeln Antlitze weiße Sterne, der Mund ries weit tönend und in Schnelle die tiefen Araber-laute aus, und wie er, die Brust gleichsam in Säbelblitze tauchend immer tiefer Hineinritt,hatte er den dunklen dürren Arm, von dem der weite Seitenärmel zurück gefallen war, von sichgestreckt, wie ein Feldherr, der da ordnet. Im dünnen Schatten des Rauches, der sich baldverzogen, weil keiner mehr Zeit zum Laden hatte, und in den Blitzen der fürchterlichen-! stensonne, die oben stand, änderte sich nun schnell das Bild der Dinge: die früher angegriffenhatten, waren jetzt die Bedrängten und Mitleidswürdigen. Sie sahen nach Rettung. Einerdrückte zuerst das lange Gewehr sachte an seine Gestalt, beugte sich vor, und schoß in Flucht^ aus dem Kreise ein Anderer warf die Waffen weg, die Zügel auf den Rücken vorwärts,und ließ sein Heil dem edlen Pferde, das mit Windesflug in die Wüste trieb wieder Andere,in Vergessenheit der Flucht, wurzelten in dem Boden und flehten Gnade. Aber alles war ver-geblich. Abdias, der besohlen hatte, konnte nicht mehr lenken, die Fluth schwoll über, und diefrüher gebeten hatten, tobten jetzt, und stießen denen, die auf den Knieen lagen und baten, das

Messer in das Herz.-Abdias, hielt, da endlich alles aus war, und die Sieger die

Todten und Verwundeten und die Satteltaschen an ihren Thieren plünderten, auf seinem Ka-meele, und warf den blutigen Säbel von sich weg. Min Türke, der in der Nähe kauerte, miß-verstand die Bewegung, und sah sie für einen Befehl an: er wischte die Klinge an seinemeigenen Kaftan ab, und reichte sie dem tapfern Emir wieder.

Als man nach dem Gefechte weiter zog, und alle Tage das einsame Bild der Wüstewar, dachte Abdias: wenn er nun den Bei tödtete, wenn er selber Bei würde, wenn er Sultanwürde, wenn er die ganze Erde eroberte und unterwürfe was es dann wäre? es waren

unbekannte Dinge und standen mit düsterm Winken in der Zukunft.-Allein er wurde

nicht Bei, sondern, wenn wir uns so ausdrücken dürfen, auf jener ganzen Reise, die noch weit