Druckschrift 
Beiträge zur Kenntniss der Kölnischen Mundart im 15. Jahrhundert
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

84

>^eo

sem leven heren got und mir wilkom, min herzleve Lere und frauwe, urfion der is min man und dese burgh is sin eigen. Do dede si in datbest dat si kont und vermoiclit und si lacht si up ir eigen bedde zo slai-fen und si geink up ein ander bedde lieben, und des morgens stont siup und geink zo der kirchen. Under des so quam Julianus in de burghriden und he geink zo der slaifkameren zo dem bedde und vant da zweiminschen ligen (119 1) und he wainde, dat sin huisfrauwe da> mit einenanderen man lege,, und he zoich sin swert us und doide si beide und hegeink uss der kameren und sin frauwe de quam us der kirchen gain.Do he si sach, wart he sere erfeirt und it verwonderde in sere, sower deweren, de up dem bedde legen, und he vraichde sin fraitwe, wer si we-ren. De frauwe sprachhere, it sint ur vader und moder. Do Julia-nus dat hoirt, do began he zo schrien und sprach ,,o mir armen man,wat is mir nu gescheit! ich han minen leifen yader und moder selver er-mordet; nu is dat wair, dat mir dat hirz sacht, nu enwil ich numer ge-rasten, ich enwiss, dat mir got min sunden vergeve. Und he nam oir-loff van sinre frauwen und woult van ir gain. Do sprach siherzeleifhere min, ich han manchen leifen dach mit ucli gehat, ich wil urre neitverzeien in in urre bedroifenis, ich wil nch na volgen wair ir gait bisin den doit. Do leisSen si ir guet und roisden in vrempde lant. Zodem lesten quomen si zo einem wasser, da bouweden si ein liospitaile, dawonden si in und herbrigeden da all de arme lüde, de dar qnamen, undvpirten si oever umb gots willen. Und do si da lange gewont hatden,do geschach: dat zo einre zit (120') eins nachts, dat Julianus mode wasvan arbeide und lach up sime bedde. Do hoirt he ein stimme jemer-lichen roifen und schrien und bat um got, dat men in oever wult holen.Julianusstont up und quam her us und vant einen kranken minschen, ,hrwais gestalt of he malaitsch were gewest, und den minschen bracht he

in sin huis und he machde eme ein vur und he dede eme all dat ge-

mach, dat he kont. Do wart it de nacht ein kalt weider, do wist ho neit,.wair he den minschen legen soult, up dal ho neit doit vervroere. Donam he den minschen und deckde in warm zo und lacht in up sin eigenbedde. Do he da ein wilo hat gelechen, do vloich he zo hemel so clairals de sonne und sprach zo Juliano sime wirtgot enbuit dir also * dathe dir dine sunden hait vergeven. salt koirtlichen sterven und varen

zo sime rieh. Do engesagen si sinre neit me. Dar na neit lange stoir-

ven si beide und voiren zo sime rieh.: Dat wir all dar moissen komen,dat feelp uns got der vader, der son und den hilgo gci3t. Amern