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Denkmälern dieser Art kennen zu lernen Gelegenheit fand, konnte diesenersten Eindruck nur verstärken. Ich hoffe, der Leser wird mit mir finden,dass auch über den nachstehenden Erzählungen ein eigenthümlicher poeti-scher Duft schwebt, und das Naive und Anmuthige, was im Vortrag herrscht,wird Niemand entgehen. Das trifft, sich aber nur hier: in den ins Ober-deutsche übertragenem, freilich sonst noch vielfach veränderten altenDrucken ist das Alles verwischt und verloren.
Von der „Seelen Trost“ kenne ich drei Handschriften, alle in derKölnischen oder dieser doch nahverwandten Mundart geschrieben. Dieerste befindet sich zu Köln ini Besitz des Dr. E. von Groote, die zweitebesitzt oder besass Tücher zu Nürnberg, die dritte noch ganz unbekannte,aus welcher ich schöpfe, befindet sich auf der hiesigen k. öffentlichenBibliothek. Aus der ersten liess Carovö im Taschenbuch für Freundealtdeutscher Zeit und Kunst, 1816. S. 343—348 die in der hiesigen Hand-schrift zufällig felilende Sage von Amelius und Ainicus abdrucken (vgl.Wackernagels altd. Lesebuch 981—986); aus der zweiten theilte der Be-sitzer in dem Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit von Aufsess 1833,107. 108. die Erzählung vom Gang nach dem Eisenhammer (hier Nr. 33)mit (vgl. Wackernagel a. a. O. 986—988). Auf diese beiden Stücke be-schränkt sich die Kenntniss, die die Litteraturgescliichte von diesem Buchehat. Es wird zwar oft genannt, ich habe aber Grund zu glauben, dasses auch in den alten Drucken nur Wenige gelesen haben: die gleich aufden ersten Seiten enthaltenen nicht uninteressanten Beiträge zur Mytho-logie und zum Aberglauben und Anderes mehr hätte sonst nicht so völligunbekannt bleiben können, als cs der Fall ist.
Die auf der hiesigen Bibliothek befindliche Handschrift, Cod. theol.4. Nr. 16, ist im 15. Jahrhundert von verschiedenen Schreibern geschrie-ben, die jedoch mit geringen Abweichungen denselben Dialect gesprochenhaben. Dass es der Kölnische ist, darüber kann kein Zweifel seyn und sollspäter ausführlich dargelegt werden, lieber die Quellen, aus denen er geschöpft,gibt der Verfasser in einer kleinen lat. Vorrede Bl. 1* Auskunft. Libellusiste collectus est de diversis libris: de biblia, de passionali,de historia scolastica, de historia ecclesiastica, de spoculo hi-storiali, de decretis et decretalibus et de cronicis diversis,de vita patrum, de c ollaeionibus patrum, de dialogo, de com-pendio theologie, Je summa Raimundi, de summa Gauffridi(sic), de summa Heinrici, de viciorum et virtutum (sic!) et de Om-nibus libri* quoscunque legere potero et audire. Intcncio-