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Weicht mählich wieder erstem Tagesgrauen.
Dem Sterne gleich erbleicht auch meine Hoffnung,Und abgeschloffen habe ich mein Leben,
Mein schönes, reiches, ach! so junges Leben.
Mein armer Gatte! o, nur einmal nochMöcht' ich an deinem treuen Herzen ruhen,
Nur einmal noch den liebetrunknen BlickTief in die wunde Seele dringen fühlen,
Eh' ich von dieser Erde scheiden muß!
Herr! gieb mir Kraft und schirme meinen Gatten!Vergieb mir, daß ich meiner Liebe folgteUnd so der Mutter Tod verschuldet habe.
Die Schuld war schwer, doch o! mein Glück so groß!(Nach einer Pause.)
Wohl hätte ich mein Leben retten können,
Wenn ich zur Lügnerin geworden wäreAn meines Glaubens heiligster Empfindung.
Das aber kann mein Gatte nicht verlangen,
Und ich, ich würde es auch nie vermögen.
Wie doch im finstern Schatten der VerblendungDer Mensch dem Menschen schweres Leid bereitet!Fanat'scher Haß und bange Schreckgestalten,
Er schafft sie sich mit mitleidsloser Hand,
Dem Gott der Liebe sind sie nicht verwandt.
13. Scene.
Chlodosinda. Prinzessin Uraca.
Beim Eintritt Uraca's sieht man durch die geöffneteThüre draußen Bewaffnete stehen. Uraca nimmt einTa kuret und setzt sich zu den Füßen der Königin nieder
Uraca.
Hast Du schon wieder eine Nacht durchwacht?
Chlodosinda
(küßt ihre Stirne.)
Soll ich in ihr denn ruhen, die vielleichtDie letzte meines Lebens könnte sein?!
Chlodosinda 10