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Chlodosinda : Trauerspiel in fünf Akten und einem Vorakt
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Schon glaubte ich, mein Ziel erreicht zu haben,Schon glaubt' ich sie als Opfer mir verfallen,

Als dieser Priester sie dem Volk entriß.

Nicht einmal in den Kerker warf man sie,

Ich muß es dulden, daß sie im PallastWie eine Königin gehalten wird,

Der Freiheit zwar beraubt und scharf bewacht,Doch auch behütet von der Freundin Hand! —Noch seh' ich sie vor des Gerichtes SchrankenMit jener königlichen Würde stehen,

Die mir den Dolchstoß in die Seele gab.

Selbst als das Urtheil über sie gesprochen,Bewahrte sie sich ihre ganze Ruhe. —

Doch warum zögert inan mit der Vollstreckung,Da sie ihr Leben zehnfach schon verwirkt?,

Nicator spricht noch immer von BekehrungDie ein gar großer Sieg der Kirche sei.

Ha! ha! wie diese Zauberin sie narrt! —

Wenn ich Alvaro heute recht verstanden,

So wäre ihm ein unverhoffter TodDer Königin weit lieber: aber ich,

Ich möchte sie in Flammen sterben sehn,

Denn mächt'gen Zauber tödtet nur das Feuer!

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(tritt ein und überreicht ein Schreiben.)

Ein Bote brachte dieses Schreiben, Hoheit!

Jnjrnidis.

An mich?

Page.

Ja, eilig sei's.

Jnjundis.

Was mag es künden?(öffnet das Schreiben und liest:)

„Wenn euch der Tod der Chlodosinda nochEin heil'ger Wunsch ist, müßt Ihr Mittel finden,